Krea-Tiefes
„Wann seid ihr kreativ?“ – so fragte kürzlich der Moderator in einer Weiterbildung die Runde der Zuhörer und warf dem Ersten einen kleinen Ball zu. Jeder gab seine Antwort, die sich in den meisten Fällen zwischen Ausruhen, Musikhören und Sport bewegte. Als der Ball bei mir war, erzählte ich von meinen Erlebnissen mit dem MyPod. Am Ende waren wir uns einig: Wir sind dann kreativ, wenn wir entspannt sind.
Und schon startete die nächste Runde der Diskussion. Es stellte sich heraus, dass alle irgendwie aus Tätigkeitsfeldern kamen, in denen es täglich auf Kreativität ankam. Wie gestaltet man seinen Arbeitstag nun so entspannt, dass man kreativ sein kann? Geht das überhaupt? Laufen, Abruhen, Musikhören während der Arbeitszeit? Hört sich irgendwie theoretisch an, ist aber meiner Meinung nach eines der spannendsten Themen unserer Arbeitswelt. Wir als Läufer wissen doch, wie das geht: Beim entspannten Laufen am Abend entstehen die Lösungen! Heute erst hatte ich wieder so ein Erlebnis. Den ganzen Tag habe ich versucht, einen bestimmten Ablauf zu visualisieren, der nicht richtig funktioniert. Nach einigen weggeworfenen Schmierzetteln gab ich es auf. Vorhin, nach zwanzig Minuten Laufen, stand das gesuchte Bild klar und deutlich in meinem Kopf! Also schnell hingesetzt und es aufgezeichnet. Aber, jetzt ist doch meine Freizeit? Jeden Tag möchte ich die nun auch nicht investieren.
Wie gestaltet man also den kreativen Köpfen eines Unternehmens so viele Freiräume, dass sie ihre kreativen Phasen nutzen können? „Chef, ich denke mal über das Problem nach“, Laufschuhe an und raus? Coole Aussicht! Funktioniert das bei jemandem? Bei mir scheitert es an trivialen Dingen – es gibt keine Dusche im Haus. Aber so ähnlich könnte es sein. „Chef, ich komme heute erst Mittag, ich hab ausgeschlafen, denn bis 2 Uhr habe ich die Funktion xy fertiggestellt“ – so etwas setzt sicher ein erhebliches Grundvertrauen vom Vorgesetzten voraus. Doch wenn es messbare Ergebnisse gibt? Dann ist es doch eigentlich egal, wann diese entstehen! Vertrauen und Freiräume gegen Leistung? Wäre das auszuhalten, wenn die Arbeit plötzlich durchgängig Spaß machen würde? ;-)