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Laufwunder

5 - Kopf macht schlank

Oktober 2009

 

Ein Thema, zu dem ich bis jetzt noch nie etwas gesagt habe, ist das Thema „Gewicht“ oder „Abnehmen“. Hier habe ich meine eigenen Probleme gehabt und erst einen Selbstversuch mit einem interessanten Ergebnis beendet. Jetzt ist es soweit, dass ich euch davon erzählen kann.

Zu den Begleitumständen im verrückten Jahr 2007 gehörte es leider, dass ich stetig immer mehr an Gewicht zugenommen hatte. Scheinbar gab es kein Mittel dagegen. Auch während der Reha gelang es mir nicht, etwas davon loszubekommen, obwohl ich sehr viel Bewegung hatte und mich beim Essen ganz bewusst an die kalorienreduzierten Sachen hielt. Das war schon nervig, zumal ich wieder richtig Spaß am Sport und besonders am Laufen haben wollte. Aber ich fühlte mich mit sieben Kilo Übergewicht nicht grade wohl in meiner Haut, von der Leistungsfähigkeit ganz abgesehen. Weniger Essen, noch mehr Sport… es war egal. Wenn ich mir die Laufbilder von 2008 anschaue, schäme ich mich jetzt noch. Aber trotzdem bin ich den Rennsteig gelaufen und noch einige andere Läufe. Nur wohlgefühlt habe ich mich eigentlich nie in der Runde der anderen, meist schlanken und durchtrainierten Läufer. Das zerrte irgendwie am Ego, allerdings vermutete ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dies die Ursache des Problems sein könnte.

Also was tun? Mehr Sport? Hatte in der Vergangenheit  nichts gebracht. Diäten kamen für mich nicht in Frage. Auf irgendetwas verzichten? Nein. Aber ich war mir sicher, bevor ich wieder richtig Spaß hatte, musste Gewicht runter. Im Februar dieses Jahres, als der Winterspeck so dick war, dass die Waage vorn eine Acht zeigte, war ich auch im Kopf soweit. Das Zeug musste runter und zwar zügig. Ich kenne eine befreundete Familie, die mit dem System der amerikanischen „Gewichtsbeobachter“ sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Zunächst beobachtete ich deren Aktivitäten skeptisch. Aber als mir klar wurde, dass es sich „nur“ um eine Ernährungsumstellung handelte und keine Diät, wagte ich den Selbstversuch.

Ohne jemandem davon zu erzählen, begann ich im Februar die Online-Variante und hatte mir vorgenommen, es einfach mal drei Monate auszutesten. Zum Rennsteiglauf wollte ich erste Ergebnisse sehen. Ich war zunächst erschrocken über die verheerenden Werte der Dinge, die ich bis jetzt so gegessen hatte. Aber ich ließ mich darauf ein, meine Ernährung auf die Dinge umzustellen, die mir gut taten. Und das, ohne auf ein Bierchen verzichten zu müssen oder auch mal über die Stränge zu schlagen. Allerdings eben alles in Maßen und im richtigen Verhältnis. Meine Frau hat den Obst- und gemüsefaulen Mann auch richtig toll unterstützt. Auch heute bekomme ich noch jeden Tag meine große Dose Obst und Gemüse mit auf die Arbeit.  Besonders gut fand ich an dem beschriebenen System, dass es auch sportliche Aktivitäten berücksichtigt. Eine Stunde zügiges Laufen bedeutete zum Beispiel, abends ein paar Löffel meiner geliebten Erdnüsse zu naschen.

So hatte ich mir das vorgestellt mit dem Abnehmen – und ich kann euch sagen, es hat funktioniert! Woche zu Woche ging das Gewicht runter. Und im gleichen Maße habe ich mich besser gefühlt. Ich merkte, wie das Laufen leichter ging. Das Profil sah im Spiegel auch wieder besser aus. Alles, was dem Ego gut tat. Spaß und Lebensfreude wuchsen und waren Ansporn, weiterzumachen. Also entstand eine Eigendynamik und tatsächlich hatte ich nach drei Monaten diese verflixten sieben Kilo runter. Ohne mich irgendwie gequält oder auf etwas verzichtet zu haben! Zum Rennsteiglauf ging es locker voran und ich habe mich unheimlich fit gefühlt. Bei alledem sind mit Sicherheit auch die unbemerkten inneren Blockaden verschwunden, die die Pfunde bis dahin am Körper festgehalten haben.

Ich bin mir jetzt absolut sicher, dass auch Zu- und Abnehmen vom Kopf gesteuert wird. Ich führe das auch darauf zurück, dass ich mein jetziges Gewicht ohne jede Anstrengung halten kann. Es bleibt seit Mai innerhalb eines Kilos konstant, egal, ob ich gerade einen Marathon vorbereite oder im Urlaub mal drei Wochen überhaupt nichts gemacht habe! Nur auf die Ernährung achte ich etwas genauer als vor einem Jahr. Alles andere regelt sich scheinbar von allein, das ist schon irgendwie faszinierend. Was kann ich euch im Ergebnis meines erfolgreichen Selbstversuches raten? Bei „Gewichtsproblemen“ erst mal schauen, ob es wirklich welche sind oder ob die Selbstwahrnehmung einen Streich spielt. Wir werden ja nicht jünger… Und danach, einfach mal im Kopf nachschauen, ob sich etwas verändert hat und dort mit dem „Aufräumen“ beginnen. Wenn wirklich Gewicht weg soll – Finger weg von Diäten! Vielleicht nützt euch mein Weg, aber denkt daran, das sind nur persönliche Erfahrungen. Es hat mit meinem Körper und unter meinen Umständen funktioniert und kann natürlich nicht verallgemeinert werden. Am besten, ihr sorgt für innere Ausgeglichenheit, dann könnt ihr das Problem wahrscheinlich komplett umgehen.       

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