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Laufwunder

Tschechien-Blitzlicht

20. April 2010 , Geschrieben von Laufwunder

Bevor ich etwas zum Lauf in Mnisek schreibe, lasst mich ganz kurz einige Momentaufnahmen von dieser Kurzreise machen. Ich habe zu diesem Land eine besondere Beziehung, weil ich 1983 ein halbes Jahr beruflich dort tätig war, genauer gesagt, im ostböhmischen Pardubice. Von dort aus war ich fast an jedem Wochenende zu irgendeiner Wanderung unterwegs. Das Riesengebirge lag in Tagesreichweite und auch im näheren Umkreis waren genug Berge und Wälder. Schon seit dieser Zeit her ist mir bekannt, dass Langstreckenwanderungen und auch –läufe in Tschechien eine große Tradition haben. Es gab seinerzeit schon unzählige Fernwanderwege und eine ganze Menge an organisierten Veranstaltungen. Ich erinnere mich besonders an eine 50 km-Wanderung rund um Pardubice, an der ich mit einem Freund teilgenommen habe. Bestens organisiert, viele, viele Teilnehmer und einige sind diese Strecke auch gerannt. Damals waren das übrigens für mich noch Leute von einer anderen Welt. Ich habe mich in dem Land und mitten unter seinen Bewohnern eigentlich immer wohlgefühlt.

 

Leider hat es sich erst jetzt, 27 Jahre später, erneut ergeben, dass ich nach Tschechien gekommen bin. Es gab eben zwischendurch so viele andere Ziele, die früher unerreichbar waren und nun erst mal an der Reihe waren. Und interessanterweise war es eine Sportveranstaltung, die mich anzog – welch eine Parallele ;-) Mnisek liegt ca. 40 km südöstlich von Prag und ich nahm die neugebaute Autobahn von Nürnberg über Plzen. Ich war echt überrascht von den nagelneuen Betrieben rund um die Autobahn und der Top-Infrastruktur drum herum. Das sieht nach echtem Aufbruch aus und ich gönne es den Tschechen, dass sie schnell den Anschluss schaffen. Leider war keine Gelegenheit, alles näher in Augenschein zu nehmen. Ein besonderes Erlebnis bereitete mir die Autobahn, nebenbei gesagt. Die Beschilderung ist grün – exakt so wie in den USA und ich ertappte mich dabei, wie ich die (natürlich nicht)-Meilenangaben in Kilometer umrechnete. :-)

 

Mnisek pod Brdy, so heißt das Städtchen richtig, in dem der Brdska Stezka-Lauf veranstaltet wird. Eine Kleinstadt, die mich an unsere Orte in den 80ern erinnerte. Nur Penny, Lidl, Kaufland und wie sie alle heißen, waren damals noch nicht da. Dafür jetzt umso intensiver – sieben Tage in der Woche geöffnet von 7 bis 20 Uhr! Wo es funktioniert, wird eben auch sonntags ordentlich abgeschöpft, na ja. Der Lauf selbst wird von einem mittelständischen Elektrobetrieb organisiert und erinnerte mich ebenfalls an die Laufveranstaltungen in früherer Zeit: Mit wenig materiellem Aufwand, trotzdem professionell und mit unheimlich viel Herz waren Helfer aller Altersgruppen im Einsatz, an jeder Stelle mindestens jemand, der Englisch sprach, es war an alles gedacht. Mehr dazu im Laufbericht. Also kurz gesagt – es tat gut, wieder mal ins Nachbarland zu schauen und zwar über die Märkte im Grenzland hinaus. Und die tschechische Küche und natürlich das Bier sind immer noch Weltklasse!

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R
<br /> Ich war früher auch immer gerne in unserem Nachbarland. Jetzt leider weniger, da ich einfach viel weiter weg wohne als noch vor 30 Jahren. Aber, vielleicht ergibt es sich ja mal wieder.<br /> Danke, für Deine Zeilen!<br /> LG, Ramona<br /> <br /> <br />
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