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Laufwunder

Auf dem Brdy-Pfad

22. April 2010 , Geschrieben von Laufwunder

Hier nun meine Eindrücke vom Lauf Brdksa Stezka, dem „Pfad“ durch das kleine Brdy-Gebirge südwestlich von Prag. Klein aber fein – so könnte die Gesamtüberschrift über diesen Bericht auch heißen. Klein, das war der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung im Städtchen Mnisek selbst. Vorbeugend hatte ich schon mal Google Earth gecheckt, ob ein Sportplatz zu sehen war. Das war nämlich die einzige Info, die zu bekommen war, der Lauf startet auf dem Sportplatz der örtlichen Schule. Ich fand auch einen Sportplatz auf dem Satellitenbild, gab die Straße ins Navi ein und landete tatsächlich dort. Mit mir ein weiterer deutscher Sportfreund und gemeinsam stellten wir fest, dass das nicht „unser“ Sportplatz war. Aber wir trafen einen englischsprechenden Einheimischen und der zeigte uns zwei Kräne an einer Baustelle am anderen Ende der Stadt. Dort sei auch die Schule. Eine perfektere Orientierung gab es nicht, wir sind auf die Kräne zugefahren und kamen direkt zur Schule. STH73550.JPG

 

Dort hing am Eingang dieses Spruchband, mit dem die Läufer willkommen geheißen wurden. Leider war das der einzige Hinweis auf den Lauf in ganz Mnisek. Klein, das war auch die Schar der fleißigen Helfer am Vorabend, aber emsig waren sie um die eintreffenden Läufer bemüht. Ein bisschen Spannung kam auf, ob meine Anmeldung wohl registriert sei. Die lief nämlich ganz traditionell ab: Geld in Briefumschlag und zusammen mit dem Anmeldeformular an eine Adresse in Prag geschickt. Eine Rückbestätigung gab es nicht, aber es war alles in bester Ordnung. Ein Beutelchen mit Teilnehmer-Shirt, Startnummer und allerlei netten Geschenken der Sponsoren wurde übergeben und fertig war ich. Um mich herum hörte ich neben tschechisch vor allem deutsch, aber auch Russen waren da, eingetroffen nach zweitägiger Reise, wie sie sagten.

 

Ich hatte meine Übernachtung in einer kleinen Pension gebucht, ca. eine Viertelstunde entfernt und mitten im Wald. Dort kam am Lauftag morgens das erste Erschrecken: Eiskratzen am Auto bei minus drei Grad! Die Frage nach den passenden Klamotten stellte sich dann auch bis kurz vor dem Start um acht Uhr. Aber die Sonne kam heraus und man spürte schon ihre Kraft. Also doch keine Jacke und keine Weste, ich hätte es später auch bitter bereut. Mein Blick ging über das Starterfeld. Ungefähr 150 Läuferinnen und Läufer warteten auf das Abenteuer Ultra-Lauf. Plötzlich begegnete ich Heike und Frank, einem Läuferpaar aus dem Erzgebirge! Wir wussten, dass wir uns von irgendwoher kannten und nach kurzem Hin-und-her-überlegen hatten wir es: Es war bei einem „Aufs Ganze“-Trainingslauf in Ballstädt vor drei Jahren! Wir sind dann auch fast vierzig Kilometer zusammen gelaufen und haben uns viel unterhalten. Die beiden sind unheimlich aktiv und haben schon eine Menge verrückte Laufwunder der anderen Art vollbracht, unter anderem einen Marathon auf dem Eis des Baikalsees! Das gab natürlich Stoff zum Erzählen und die Zeit verging und die Kilometer schmolzen dahin. Die Strecke selbst führte nach ca. 6 Kilometern Straße hinein in den Wald. Dort kamen auch die ersten Steigungen dazu, mit ihnen aber auch hin und wieder Aussicht auf die schöne Umgebung. DSC00143.JPG

 

Die Verpflegungspunkte waren sehr gut bestückt und hatten nicht nur Banane und Äpfel parat. Auch Brot, Käse, Rosinen, verschiedene andere Früchte und Getränke waren da. Besonders viel Liebe wurde am Kilometer 34 hineingesteckt, ihr seht es auf dem Foto. Da war im wahrsten Sinne des Wortes der Tisch gedeckt!DSC00146.JPG Selbst Bier war vorhanden, wobei, okay, des Tschechen Nationalgetränk war eigentlich immer irgendwo zu sehen. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, immer profiliert und meistens auf Radwegen im Wald. Für meinen Geschmack aber ein bisschen zu viel Beton für einen Waldlauf. Doch das stand auch so in der Ausschreibung. Kurz vor Kilometer 40 habe ich Frank und Heike dann ziehen lassen. Wir waren für unsere Verhältnisse ziemlich gut unterwegs, nach 4:30 fast bei Marathon, aber ich habe dann schon den Kyffhäuser eine Woche vorher gespürt und wollte mich nicht ruinieren.

 

Auf den letzten zehn Kilometern wurde es dann ziemlich langweilig. Das Feld war weit auseinandergezogen und Dörfer in der Mittagszeit sind wahrscheinlich überall auf der Welt nicht sehr lebendig. So zog es sich dahin bis in die Nähe des Zieles. Ein letzter Anstieg, durch den Autobahntunnel hindurch und rein ins Zielgelände. DSC00147kl.jpgNach 5:44 h blieb die Uhr stehen. Also alles im supergrünen Bereich, denn bei meinem zweiten 50er hatte ich mit „unter sechs“ geliebäugelt. So hat es gepasst. Frank und Heike kamen zwei Minuten vor mir an und waren auch noch gut drauf. Zusammen haben wir uns dann das angebotene Mittagessen schmecken lassen. Fein war am Ende auch die Siegerehrung. Kaum einer der Teilnehmer ist vorher gegangen, das habe ich bisher auch nur selten erlebt. Übrigens war das Ultra-Feeling wieder zu erleben: sehr familiäre Stimmung und die meisten Leute über Vierzig. Ich bin dann erst am Sonntagmorgen nach Hause gefahren. Ein paar Bierchen durften es dann am Abend schon noch sein. Wenn man schon mal im Tschechland ist…

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R
<br /> Danke für den schönen Bericht! Das scheint ja eine schöne Strecke zu sein. Herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Ergebnis! Erhol Dich gut und dann auf zum Treff in Eisenach. Hoffe ich. ;)<br /> Liebe Grüße<br /> Ramona<br /> <br /> <br />
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L
<br /> <br /> Hallo Katrin, hallo Ramona!<br /> <br /> <br /> Habt vielen Dank für eure Kommentare! Nach diesen Erlebnissen ist nun wirklich Erholung angesagt! Vor dem Rennsteig habe ich riesigen Respekt, aber auch ungebremste Vorfreude, mal aus der anderen<br /> Richtung in Schmiedefeld anzukommen.<br /> Ähm Katrin ... SchmiedeFELD nä? ;-) Ich würde so gern mit euch im großen Zelt feiern...<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße an euch!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> Hallo Holger,<br /> gratuliere zum schönen Lauf und zur tollen Zeit. Hättet ihr gewußt das es sich nur um 2min handelt am Ende, hättet ihr drei auch zusammen bleiben können.<br /> Ich finde es supi was du da so für schöne Landschaftsläufe erlebst :-). Hätt ich auch gern .<br /> Sei lieb gegrüßt, Katrin<br /> <br /> <br />
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