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Laufwunder

Tradition und Realität

16. September 2012 , Geschrieben von Holger

Gestern war ich beim „Bärenfanglauf“. Das ist neben dem „Lange-Bahn-Lauf“ einer von zwei Traditionsläufen bei uns, die sich über die Zeit gehalten haben. Ich glaube, um 1985 habe ich da das erste Mal mitgemacht. Jetzt musste ich in meinen Aufzeichnungen vier Jahre zurückblättern, bis ich meine letzte Teilnahme gefunden hatte. Warum? Weil ich Läufe über gut 15 km eigentlich nie mitmache, noch dazu, wenn sie in irgendwelchen Cupwertungen sind. Weil Strecke zu kurz, weil zu viele verspannte Sieg-Läufer, weil zu wenig Volkssport. Weil ich auf der Strecke sowieso oft unterwegs bin. Weil der Lauf gewöhnlich nachmittags um 15 Uhr gestartet wurde. Weil … was weiß ich ...

Warum ich diesmal dabei war? Weil der Start in diesem Jahr 10 Uhr morgens angesagt war. Weil ich sowieso laufen wollte. Weil ich einen schnellen Lauf machen wollte, zu dem ich mich am besten motivieren kann, wenn ich bergauf hinter irgendwelchen Hacken hertraben kann und diese dann mit einem Lächeln im zweiten Teil hinter mir lasse. Jo, das war die Motivation. Ein Lauf, bei dem sogar ich mich warmlaufe, denn das Profil sieht gleich nach dem Start erst mal 7 km mehr oder weniger heftigen Anstieg vor. Da ist man nach wenigen hundert Metern knüppelfest, wenn man das kalt angeht. Bei ebendiesem Warmlaufen hatte ich ein bezeichnendes Gespräch mit einem älteren Sportskameraden, der es lieber richtig heiß gehabt hätte heute morgen. Die Antwort auf meine entsprechende Frage lautete: „Weil da einige unterwegs einbrechen würden, mir fehlen noch soundsoviel Punkte in der Cup-Wertung, die schaffe ich sonst nicht“. Er lief in der M 60, muss man dazu mehr sagen? Ich merke übrigens zunehmend, wie mich solche Ansichten befremden. Mein Selbstverständnis ist da ein anderes. Ich verstehe jetzt einige Freunde, die sich immer mehr aus solchen Wettkämpfen verabschieden. Beim Rennsteiglauf oder einem Marathon bin ich solchen Leuten zum Glück noch nie begegnet.

Zurück zum Lauf. Leider hat die gute Absicht der Veranstalter mit dem frühen Beginn nichts gebracht. Gerade mal 53 Läufer und Läuferinnen gingen an den Start, davon gut die Hälfte aufgeregt tänzelnde Cup-Ambitionierte, die sich schon an der Startlinie gegenseitig belauerten. Mir war das alles vollkommen Wurscht, ich hatte ein Super-Rennen und meinen Spaß. Den Bären habe ich nicht gefangen, allerdings hat der Bursche mich seinerseits auch nicht erwischt. Ob die andern 52 Starter letztendlich im Ziel waren oder ob der Letzte fehlte … ich weiß es nicht :-)

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J
Und hast früher schon mal den Bären gesehen?
Antworten
H
<br /> <br /> Nee ich weiß aber, wo er den Honig versteckt hat :-)<br /> <br /> <br /> <br />