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Laufwunder

Mal eben einen Marathon?

8. August 2010 , Geschrieben von Laufwunder

Das ist ja wirklich spannend. Seit dem Königschlösser-Marathon vor zwei Wochen mache ich mir so meine Gedanken. Ich habe diesen Lauf einfach mal mitgemacht, praktisch ohne Vorbereitung. Der letzte Lauf von mehr als 20 km war die Rennsteigstaffel Mitte Juni. Seitdem habe ich es sehr ruhig angehen lassen und mich eher im regenerativen Bereich bewegt. Streckenlängen um die zehn Kilometer, keine Tempoläufe, alles entspannt. Und praktisch aus dem Stand heraus kann ich einen Marathon abrufen, also um die viereinhalb Stunden Ausdauerleistung und ohne jegliche Nachwehen. Einfach mal so. Nicht einen Moment kam mir im Vorfeld der Gedanke an Leichtsinn oder Ähnliches. Ich war mir meiner Sache völlig sicher. Noch vor einem Jahr hätte ich mir das nicht gewagt, so hatte ich es auch in meinen Gedanken kurz vor dem Berlin-Marathon beschrieben.

Was ist das? Scheinbar hat der Körper durch das jahrelange Laufen eine riesige Grundkondition aufgebaut. Sicher kommt der Erfahrungsschatz dazu. Wie viele andere Freizeitläufer auch, weiß ich bei einem Marathon, was ich tue. Ich kann mir einen Lauf einteilen, kenne keinen Hammer mehr am Kilometer 30 und habe ein sehr genaues Gefühl dafür, was mein Körper an diesem Tag leisten kann und was nicht. Ungefähr nach der Hälfte des Laufes kann ich meine Endzeit auf zwei bis drei Minuten genau vorhersagen. Ohne Quatsch, ich habs mehrfach probiert! Das kann kein Zufall sein. Vielleicht ist es diese Kombination aus Training und Erfahrung. Nach wie vor gilt aber auch, dass ich nie ein solches Rennen starten würde, wenn ich nicht gesund  wäre.

Der Kopf weiß, dass er sich nicht verrückt machen muss. Ich brauche kein Tempotraining und will keine speziellen Zeiten erreichen. Ich merke am Anfang des Laufes, wie ich drauf bin, wie das Wetter mitspielt, wie die Stimmung ist und so gestalte ich einen Lauf. Eine Zeit von unter viereinhalb Stunden bei einem profilierten Marathon in der Natur ist für mich immer eine gute Zeit. Normalerweise lässt sie es zu, auch das eine oder andere Foto unterwegs zu machen. Und wenn es mal ein paar Minuten mehr sind ist es auch okay. Wichtig sind der Spaß unterwegs und ein lockerer Ziel-Einlauf.

Ich frage einfach mal in die Runde, vor allem die Ultra-Leute: habt ihr euch schon mal ähnliche Gedanken gemacht? Ist euch schon mal vor euch selber angst geworden bei dem Gefühl, einfach endlos laufen zu können? Habt ihr die Marathonstrecke schon mal als „Tagesgeschäft“ erlebt? Ist das etwa das Ultra-Geheimnis, was ich da entdeckt habe? Ich bin gespannt, was ihr schreibt!         

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T
<br /> haha - mal eben einen fast-marathon legt man hin, wenn man sich auf unbekannte strecken wagt und dann tausend extra schlenker durch den tallinn wald rennt... dumm gelaufen würd ich sagen :D<br /> <br /> <br />
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P
<br /> Lieber Holger,<br /> <br /> ich sehe das auch so ähnlich wie Ramona, insb. was das Tempo betrifft. Aber eigentlich sehe ich mich noch nicht als "Ultra", dazu habe ich noch viel zu wenig Erfahrung.<br /> Allerdings mache ich mich vor einem Marathon auch nicht mehr fertig und kann auch einen Marathon als Training oder "nur mal so" laufen.<br /> Aber ich merke auch ziemlich deutlich, wenn mein Körper verlangt, kürzer zu treten. Deshalb werde ich niemals ein Marathon- oder Ultrasammler werden und immer auf genügend Abstand zwischen den<br /> langen Läufen achten.<br /> Viele liebe Grüße<br /> Petra<br /> <br /> <br />
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L
<br /> <br /> Liebe Ramona, liebe Petra,<br /> habt vielen Dank dafür, dass ihr eure Erfahrungen geschrieben habt! Das bestätigt vieles von dem, was ich grade so erlebe. Also lassen wir es dabei - kein Leistungsdruck ("Strecke ist<br /> genug Leistung"), Spaßfaktor behalten, Gesundheit im Vordergund ... so werden wir mit Hundert noch auf den langen Strecken rumhoppeln. Was ist eigentlich die höchste Altersklasse?<br /> Ü90? ;-) <br /> Nochmals danke und liebe Grüße!<br /> Holger<br /> <br /> <br /> <br />
R
<br /> Viele Fragen. Seit ich täglich und ab und an einen Ultra laufe, gehe ich viel entspannter an die Sache ran. Tempo interessiert mich eigentlich nicht. Mir gehts ums Laufen, ums "endlos laufen<br /> können". Diese Frage stellte ich mir vor vielleicht 6 Jahren während eines normalen Laufes. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass man sehr lange laufen kann, wenn man auf sich achtet. Endlos -<br /> naja, das ist relativ. Man muss auch wieder aufhören können. :) Auf jeden Fall ist es bei mir so, dass ich z.B. dem "Mann mit dem Hammer" nicht mehr begegne, weil ich seltenst an meine tempomäßigen<br /> Grenzen gehe. Dafür gibt es zwei Gründe:<br /> 1. ich möchte das Laufen genießen, die Athmosphäre in mich aufnehmen,<br /> 2. ich muss auch wieder nach Hause fahren und möchte danach wieder arbeiten können. Wie sähe es aus, wenn man nach einem Mara oder Ultra nach Hause kommt und sich krankschreiben lassen muss, weil<br /> man sich übernommen hat? Dann gäbe man den "Sport ist Mord"- Denkern doch recht. Das möchte ich nicht.<br /> Liebe Grüße<br /> Ramona<br /> PS. Ich habe festgestellt, es ist viel mehr möglich als man für möglich hält! Man muss es nur tun!<br /> <br /> <br />
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