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Laufwunder

Einmal mehr Berlin

6. April 2010 , Geschrieben von Laufwunder

Endlich, endlich Urlaub! Nach den stressigen Wochen war er mehr als verdient! Manu und ich hatten in der vorösterlichen Woche ein paar Tage in einem schönen Hotel auf Usedom gebucht und wir freuten uns auf die ruhigen Tage und die Luftveränderung.

 

Nicht ganz zufällig führte unser Weg dahin über Berlin. Der erste Spaß des Jahres, der Berliner Halbmarathon, stand vorher noch auf dem Plan. Schon wieder ein Teilnehmer-Rekord! Das war das Erste, was festzustellen war. Langsam scheint sich doch tatsächlich eine Konkurrenz für das „Ganze“ bemerkbar zu machen. Da tauchen Sprüche auf wie „Halb ist lang genug“ und so. Hat man Worte? ;-) Nein, das ist natürlich Quatsch – nicht jeder muss so verrückte Sachen machen wie Marathons und ähnliche Unternehmungen. Ich gönne jedem seinen Erfolg und seinen Spaß auf der Strecke, die ihm liegt und fordert. Für meine Manu zum Beispiel ist der Halbe Herausforderung genug und das ist gut so.

 

Am Lauftag führte mich das Navi so präzise in die Innenstadt, das wir letztendlich gleichermaßen dicht an Start und Ziel einen Parkplatz fanden! Zugegeben, das hätte ich allein nie geschafft. Es war so gegen 9 Uhr, als wir das erste Mal die noch menschenleere Startgegend inspizierten. Dort kam ein Sportsfreund schon in voller Laufmontur auf mich zu: „Do you speak English?“ „Yes“ und dann fragte er etwas entgeistert, wann denn der Start sei. „Ten fourty five“ war meine Antwort, die ihm sichtbar das Gesicht einfrieren ließ. Es stellte sich heraus, dass der Kamerad auf neun Uhr aus war und sich extrem gewundert hatte, dass offenbar außer ihm niemand laufen wollte J  Wir haben beide herzlich gelacht und er hatte nun genug Zeit zum Warmlaufen.

 

Das Wetter war kühl und anfangs störte der eine oder andere Schauer das Erlebnis, aber ich laufe sowieso lieber, wenn es nicht so warm ist. Mein Plan war, gleichmäßig und ziemlich zügig zu laufen. Es sollte ja eher ein Training im Kraftausdauerbereich werden, mehr nicht. Das ging wunderbar auf, ich bin auf die Minute genau beide Hälften in der gleichen Zeit und mit einem Schnitt von exakt 11 km/h gelaufen, ohne mich fertig zu machen. So wollte ich das haben und war mit dem Lauf sehr zufrieden.

 

Wir hatten uns vorher ausgemacht, dass ich Manu entgegenkomme, wenn ich im Ziel war. So bin ich mit der Medaille um den Hals, aber der Startnummer noch auf dem Bauch dann wieder gegen den dünner werdenden Läuferstrom geschwommen. Ungefähr fünf Mal hörte ich mir dann den Spruch von der falschen Richtung an, den ich jedesmal mit der Bemerkung beantwortet habe, dass mir der Lauf soviel Spaß macht, dass ich die Strecke nochmal rückwärts laufe… Kurz vor dem Checkpoint Charlie habe ich Manu dann getroffen. Sie war noch guter Dinge und lief schön gleichmäßig. Zusammen haben wir dann die letzten gut zwei Kilometer auch noch geschafft und sind, wie sich das gehört, lächelnd durchs Ziel gelaufen. Supi - alles richtig gemacht! Ja und nach dem Lauf war dann Urlaub! Ostsee, laufen am Strand, Seeluft … pure, langersehnte Erholung!

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