Der Jubiläums-Verweigerer
Letzte Woche flatterte eine E-Mail vom Rennsteiglauf-Verein ins Haus. Sie enthielt die freundliche Einladung des Präsidenten für die Ehrung als Traditionsläufer anlässlich meiner 25. Teilnahme am GutsMuths-Lauf. Pikanterweise für 15 Uhr im VIP-Zelt. Das würde zunächst bedeuten, ich müsste von Eisenach aus ein Stück mit dem Bus fahren, um das zu schaffen, denn ich rechne mit meinem Zieleinlauf bestenfalls gegen 15.30 Uhr. Außerdem bin ich bei meiner Zählung erst bei 24 Teilnahmen angelangt. Eine Rückfrage beim Verein, wie der Termin zu sehen sei und ob ich auch im nächsten Jahr das Jubiläum feiern könne, brachte die Antwort der Frau M. in gewohnt pampiger Art: Man habe alles genau gezählt und es stimme so. Das „Basta“ dahinter war gut rauszuhören.
Ich ging angesichts der Standpauke in mich und auf Ursachenforschung. Dabei stellte ich fest, dass ich tatsächlich in den 90ern einmal als Wanderer unterwegs war! Ich hatte das komplett verdrängt, denn ich zähle nur die Laufteilnahmen. Alles andere ist doch Mogelei. Was nun? Also, ich werde morgen ins VIP-Zelt gehen und mich als Traditionsläufer eintragen, wenn es denn sein soll. VIP-Zelt hört sich auch nach Bier an, das ist nach der Rennerei ja nicht zu verachten. Und nächstes Jahr will ich alle echten Jubiläen am Stück feiern: 30 Jahre Läufer, 25 mal Rennsteig und den fünften Supermarathon. Wie gesagt, nächstes Jahr…