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Laufwunder

„Wünsch dir was“ am Blocksberg

14. Oktober 2012 , Geschrieben von Holger

WP_000115.jpgDrei Wünsche hatte ich zum Brocken-Marathon in diesem Jahr: ein gemeinsames Foto mit Waldemar Cierpinski, endlich mal freie Sicht auf dem Berg und dazu noch einen genussvollen Herbst-Lauf. Den ersten Wunsch konnte ich mir noch vor dem Lauf erfüllen. Waldemar, den ich nicht nur wegen seines zweifachen Olympiasieges sehr verehre, war mit seinem Sportgeschäft vor Ort. Nachdem er meine Gel-Tütchen eingepackt hatte, nahm er sich freundlich Zeit für ein Foto. Das war wirklich ein besonderer Moment für mich! Ich als Freizeitläufer neben dem König des Marathons! Tausend Dank nochmal für diese Riesenfreude!

Nun zu dem Lauf, der mir die anderen Wünsche erfüllen sollte. Dreimal hatte ich diese Hammerstrecke schon geschafft. Leider erwischte ich bisher immer einen der 305 Tage im Jahr, wo sich der Brocken bedeckt zeigt. Irgendwann hatte ich mir vorgenommen, diesen Lauf solange mitzumachen, bis ich einmal etwas sehe dort oben. Also neuer Versuch. Am Morgen perfektes Wetter, die Sonne schien, nur die fünf Grad waren ziemlich kühl, aber das würde noch werden. Achtung – kurz vor dem Start wurde das Brockenwetter angesagt! Der Sprecher drückte sich vorsichtig aus: „Ein Grad ist besser als kein Grad“. Von Wind und Wolken sagte er nichts. Also dann, auf gings. Der dritte Wunsch erfüllte sich vor dem zweiten. Auf den ersten zehn Kilometern ging es meist durch herrlichen Laubwald, immer wieder war die Sicht frei auf das herbstlich bunte Umland. Wunderschön anzusehen.

WP_000118.jpgAls hinter Ilsenburg die Anstiege Richtung Brocken begannen, wurde der Wind stärker und siehe da – hin und wieder blies er die Wolken vom Gipfel. Wunsch Nummer zwei schien Form anzunehmen. Das Objekt der Begierde zumindest zeitweise im Auge, bin ich gut vorangekommen. Der Kenner weiß, dass sich das am Kilometer 16 meist ändert. Ab jetzt liegt der Weg frei, es wurde kalt und der Wind pfiff nicht nur um die Ohren. Immerhin war noch gute Sicht nach unten. Die Eckertalsperre leuchtete blau in der Sonne. Graue Suppe allerdings, wenn ich in Richtung Gipfel schaute. Zwei Kilometer später war alles wie gehabt. Bis auf den Schneefall das gleiche Mistwetter wie im letzten Jahr. Der Blocksberg eben. Es scheint, als findet sich keine Hexe mehr, die da oben aufräumt. Also nichts wie runter in bewohnbare Gegenden.

WP 000125Jetzt, nach der Hälfte der Strecke, geht es tendenziell nur noch bergab. Hier zeigt sich für mich immer, wie stark das Wetter rund um den Brocken meinen Lauf beeinflussen kann. Ich habe zweimal das Erlebnis genießen können, diesen zweiten Teil praktisch zu fliegen. Das waren Jahre, als der Brockengipfel acht Grad Wärme hatte, ich hab mal nachgesehen. Im letzten Jahr war ich halb erfroren und die Muskulatur komplett fest. Das macht dann in der Zielzeit schnell mal zwanzig Minuten aus. Genauso erging es mir diesmal. Nicht ganz so schlimm, es lief einigermaßen rund, aber entspannt sieht anders aus. Ich nahm es gelassen, man muss sich eben mit der Natur arrangieren, besonders in dieser Gegend. Wer das nicht will, muss in der Halle laufen.

Eine lustige Begegnung hatte ich noch auf den letzten acht Kilometern. Ich sammelte eine vor sich hin schimpfende junge Frau auf, die unter viereinhalb Stunden bleiben wollte und sich jetzt grottenschlecht fühlte, weil das nicht mehr drin war. Ich erfuhr, dass sie gerade mal 24 Jahre alt war und gern auf so harten Strecken unterwegs ist. Hut ab, dachte ich und sprach es aus, als ich hörte, dass sie in diesem Jahr auch den Supermarathon auf dem Rennsteig geschafft hatte! Jedenfalls war sie heute nicht so gut drauf, wie sie dachte. Mit einigen laufväterlichen Weisheiten in der Preislage vom stolz sein auf den geschafften Marathon gelang es mir, ihre Stimmung bis zum Ziel wieder auf Vordermann zu bringen. Das wäre doch schade um die Leistung gewesen! Ich war jedenfalls zufrieden mit mir. Ich frage mich nur, wie oft ich noch wiederkommen muss, bis sich Wunsch Nummer zwei erfüllt. Vielleicht wird es was beim fünften Anlauf?

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J
Na du machst aber auch schöne Sachen!<br /> Ich war übrigens zweimal läuferisch auf dem Brocken bei Sonne.<br /> Aber du hast Gründe für das nächste Mal.<br /> <br /> Jörg
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P
Lieber Holger,<br /> <br /> erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem erneuten Brocken-Marathon!<br /> Ja, da oben kann es schon empfindlich kalt sein... Wir haben im August den Brocken überquert unbd haben selbst da richtig gefroren.<br /> Allerdings hatten wir nach der Pause da oben das Glück, freie Sicht zu haben - obwohl eine halbe Stunde vorher noch alles dicht war.<br /> Naja - gib die Hoffnung nicht auf - irgendwann klappt es mal bei dir mit der freien Sicht!<br /> <br /> Viele liebe Grüße<br /> Petra
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