Winterschlaf?
Na, man hört so wenig von euch? Habt ihr doch den Winterschlaf begonnen? Hm, ich gebe ja zu, ich habe auch ein paar Tage nichts geschrieben hier. So ertragreich ist die Zeit im Moment halt nicht. Unter der Woche Laufen in der Dunkelheit, aber das bei jedem Wetter. Ansonsten scheinen viele drauf zu warten, dass das Jahr zu Ende geht, wenn ich die Verschleißerscheinungen im Kollegenkreis richtig deute. Ich kenne da eine Reihe Leutchen, denen täglich frische Luft wirklich gut tun würde, aber das ist ein anderes Thema…
Mein Selbstversuch als tägliches Laufwunder nähert sich dem achtzigsten Tag. Es ist schon erstaunlich, was sich da so an Kilometern zusammenläppert. Ich habe mir das in der Vergangenheit nie aufgeschrieben, aber eigentlich ist das doch ganz interessant. Zumindest weiß ich jetzt, warum meine Laufschuhe auf dem letzten Loch pfeifen ;-) Da werde ich in der nächsten Zeit mal bei Frank in Erfurt reinschauen müssen. Was mir beim täglichen Laufen aufgefallen ist – ich habe noch ein viel besseres Gefühl für den eigenen Körper bekommen. Beim Laufen an sich merkt ja jeder, dass nicht ein Training wie das andere ist. Mal läuft es besser, mal schlechter. Diese wechselnden Zustände Tag für Tag zu erleben, ist schon spannend. Manche Abende quäle ich mich über zwei Kilometer, manchmal kommt der Spaß beim Laufen und ich hänge noch eine Runde dran. Warum auch immer, der Körper ist unterschiedlich drauf. Eine richtige Vorhersage ist mir noch nie gelungen.
Jetzt scheint auch die Winterzeit mit aller Macht bei uns anzubrechen. In der Nacht hatte es reichlich geschneit und am Morgen waren es knapp zwei Grad unter Null. Also nichts wie raus in den Wald und die Zeit im Hellen zu einem schönen Winterlauf genutzt. Höhenmeter für Höhenmeter habe ich mich nach oben gekämpft und auf der Höhe herrschte schon richtig Frost, Rauhreif an den Bäumen und eine geschlossene Schneedecke von vielleicht vier Zentimetern. Aber ich wollte euch eigentlich nicht den Wintersport-Wetterbericht zum Besten geben, sondern davon erzählen, dass ich heute seit ewiger Zeit den MyPod mal wieder gehört habe. Menno hat mir das gefehlt! Es ist wirklich so, dass ich im Moment auch eine Menge offener Baustellen mit mir rumschleppe, die mich belasten. Ein schöner Lauf sortiert normalerweise meine Gedanken, allerdings hatte ich das Gefühl lange nicht. Die Lösung scheint wirklich darin zu bestehen, dass die kurzen Läufchen unter der Woche nicht ausreichen, um das Gedankenkarussell in Gang zu bringen. Heute war ich anderthalb Stunden unterwegs und ich fühlte mich nach einer halben Stunde erst richtig wohl. Dann rührte der MyPod in meinem Gedankensalat und brachte die dringendsten Dinge ans Tageslicht. Und diesmal kamen auch Ideen mit, wie ich das eine oder andere Thema lösen kann. So entspannt, und zwar gleichermaßen körperlich und geistig, bin ich lange nicht nach Hause gekommen! Jetzt ist es nur eine gute Arbeitswoche, dann gibt es Urlaub und Tageslicht genug. Ich freue mich drauf!