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Laufwunder

Verlängerung bei Schafskälte

20. Juni 2010 , Geschrieben von Laufwunder

Mitte Mai ist Rennsteiglauf! Und Mitte Juni ist Rennsteig-Staffellauf! Dank Petras Initiative, die in der Silvesternacht den Sekt warm werden ließ, um im Internet einen Startplatz zu erkämpfen, gab es auch in diesem Jahr wieder das Rennsteiglauf-Forum-Team. Nach dem urlaubsbedingten Aussetzer 2009 konnte ich diesmal wieder dabei sein. Die Tage vorher sind schon genauso spannend wie das Rennen selbst. E-Mails mit Telefonnummern, geschätzten Laufzeiten und dem berechneten Zeitplan für die Wechselstellen wurden ausgetauscht. Erste Teamarbeit war auch schon im Vorfeld gefragt: Katrin fiel wegen Krankheit aus! Jörg animierte kurzfristig einen Kollegen zum Mitmachen und Martin war mehr als Ersatz auf der fünften Etappe! Dazu später mehr.

 

„Mein“ Abschnitt war die vierte Etappe zwischen Neuhaus und Masserberg. Normalerweise ist sie in Masserberg nach dem Abstieg von der Rennsteigwarte zu Ende. In diesem Jahr wurde der Platz dort allerdings für die gleichzeitig stattfindende Thüringen-Radrundfahrt gebraucht und so verlängerte sich meine Strecke um drei Kilometer auf 21,5 km bis hin zur Schwalbenhauptwiese. Elf Uhr, so lauteten die Schätzungen, sollte ich in Neuhaus Stein und Chip von Vroni übernehmen. Sicherheitshalber sah ich nochmal auf die geplanten Zeiten. Ich kenne den Effekt, dass sich alle mit Prognosen zurückhalten und ihre geplante Kilometerzeit länger angeben, als sie dann wirklich laufen. Zumindest bei Nora hatte ich auch den Eindruck, dass sie auf Nummer sicher gehen wollte, denn unser kleines Wiesel mit 06:30er Kilometern? Kurz vor acht Uhr rief ich sie sicherheitshalber an und siehe da – sie war fast eine halbe Stunde schneller als geplant! Das hieß für Manu und mich, schnell ins Auto und ab nach Neuhaus. Falls sich bei Petra und Vroni der Geschwindigkeitsrausch fortsetzen würde, wollte ich unbedingt pünktlich sein.

 

In Neuhaus war schon fleißiges Getümmel rund um die Wechselstelle. Zum Glück fanden wir Nora, Petra, Rainer und Karsten ohne Probleme. Auch Petra hatte schon ihre Etappe in einer Superzeit geschafft! Nach der herzlichen Begrüßung ging es auch gleich ans Eingemachte. Angela, unsere tapfere Radbegleiterin, traf ein und verschnaufte kurz. heute-206.JPGSie war immerhin zu diesem Zeitpunkt schon über 50 km gefahren und seit Blankenstein dabei!  

 

heute-207klein.jpgWenig später trudelte Vroni ein und ab ging die Post für mich. Es war tierisch kalt – so um die sieben Grad – Schafskälte eben. Aber zum Glück auch trocken und das leichte Gefälle am Anfang der Etappe war perfekt zum Warmlaufen. Ich hatte mir kein „Zeitpolster“ geplant, sondern wollte 6:00er Kilometer laufen im Schnitt. Bei gut 21 Kilometern und dem heftigen Geländeprofil war das gleichermaßen realistisch wie ambitioniert, wie sich herausstellte. Die Strecke verläuft ja anders als beim Rennsteiglauf hinter Neuhaus exakt auf dem Rennsteig, hat also schon vor dem Dreistromstein einen heftigen Anstieg drin, den man vom Untergrund her auch als Trail bezeichnen könnte. Angela tat mir in dieser Phase schon leid, denn da waren Stellen, wo man beim besten Willen nicht auf dem Rad bleiben konnte.

 

Aber ansonsten war die für mich neue Erfahrung mit der Radbegleitung gar nicht so schlecht. Dazu hat mich natürlich auch der sportliche Ehrgeiz vorangetrieben, denn ich wollte das Beste für das Team rausholen, was ging. Und so bin ich wirklich fast durchgängig am „Anschlag“ gelaufen, oft an der Grenze zum Seitenstechen. Erstaunlicherweise ging das auch ohne Einbruch an den Anstiegen zum Dreistromstein, zum Eselsberg und auch hinter Masserberg so weiter. Die Strecken-Zugabe in diesem Jahr hielt auch den berüchtigten Hohlweg für mich bereit. Angela kündigte mich per Telefon an, denn die Wechselstelle am Triniusstein war nur noch einen knappen Kilometer entfernt und der Hohlweg war nun wirklich nicht geeignet, sich kopfüber mit dem Rad hinunterzustürzen. Also trennten wir uns dort und ich gab nochmal Gas. Anders als beim Rennsteiglauf war diesmal Platz in der „Rinne“, so dass ich ziemlich zügig über Steine und Wurzeln hinabspringen konnte.heute-215.JPG Drei Minuten vor meiner an sich knapp geplanten Zeit habe ich an Martin übergeben und war hochzufrieden.   

 

heute-218-Kopie-1.JPGAngela, nun schon 74 Kilometer in den Beinen, hatte nur wenig Zeit zum Regenerieren. Schnell etwas gegessen und von Nora die Schultern lockern lassen – dann ging es für sie weiter. Bis nach Oberhof hat sie das Team begleitet, vielen Dank an Angela für diese Leistung! An der Wechselstelle lernte ich auch kurz den Jörg aus Arnstadt kennen. Ihn kannte ich bis jetzt nur dem Namen nach aus dem Forum. Schade, dass er am Ende nicht mit nach Hörschel kommen konnte. Ich wollte ihn eigentlich über Biel ausfragen …

 

Auf jeden Fall waren Martin und Jörg dann auf der sechsten Etappe so schnell, dass wir den ins Auge gefassten „Notstart“ in Oberhof gar nicht gebraucht haben! Für mich ging es dann erst mal nach Hause. Manu hatte mich an der Schwalbenhauptwiese wieder eingefangen und so konnte ich meinen “Heimvorteil“ nutzen, gemütlich zu baden, zu essen und mich dann erst am Nachmittag auf den Weg nach Hörschel zur Party zu machen. In der Zwischenzeit flogen Elke, Jörg, Ecki und Sonja über die restlichen Etappen dem Ziel entgegen.PICT5999.JPG

 

Kurz vor 21 Uhr standen wir alle für den gemeinsamen Zieleinlauf bereit und hielten Ausschau nach Sonja. Leider kam ausgerechnet jetzt ein heftiger Regenguss herunter, nachdem es den ganzen Tag trocken geblieben war, Doch Sonja ließ uns nicht lange warten und um 20.50 Uhr war das ganze Team im Ziel! Ab mit dem Stein in die Werra und angestoßen auf diese gemeinsame Leistung! Nach dem ersten Blick auf die Ergebnisse stellte sich heraus, dass jeder von uns heute eine Bestzeit gelaufen war! Der Rest war dann natürlich Nudelessen und Feiern im Festzelt! Und wer meint, dass das gelegentliche Klopfen einem Specht zuzuschreiben war – der lag völlig daneben :-)

 

Ganz lieben Dank für diesen Tag voller Erlebnisse an meinen persönlichen Coach in Gestalt von Manu, an Petra und Elke für die Organisation, und an Nora und Klaus fürs Mitnehmen zu nachmitternächtlicher Stunde!   

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P
<br /> Lieber Holger,<br /> vielen lieben dank für deinen schönen Bericht! Wir waren ein so gutes Team - es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, gemeinsam mit euch zu laufen. Schön, daß du auch abends dabei sein konntest. Die<br /> Feier war absolut klasse!<br /> Viele liebe Grüße<br /> Petra<br /> <br /> <br />
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R
<br /> Danke für Deinen Bericht, Holger! Ich wäre auch gern mal dabei gewesen. Naja, irgendwann klappt es.<br /> Herzlichen Glückwünsch für Euer großartiges Team!<br /> LG, Ramona<br /> <br /> <br />
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