Untertage-Spielereien
Ja, was war denn nun im finsteren Schachte? Ich hatte da so einige Experimente vor. Bewusstes langsames Laufen, planmäßige Gehpausen, Sehen, ob meine Trail-Schuhe mit den Einlagen jetzt verwendbar sind, einige Verpflegungs- und Trinkvarianten testen … ach ja – und in der Summe einen Marathon laufen. Über die Strecke in Merkers brauche ich nichts mehr zu schreiben, das habe ich schon dreimal in den letzten Jahren getan. Also gleich zur Sache.
Das mit dem Trödeln war kompletter Unsinn. Ich habe streng drauf geachtet, ca. 45 Sekunden langsamere Rundenzeiten als im letzten Jahr zu laufen. Das an sich war schon nervig und hat zu nichts als zu einer längeren Anstrengung geführt. Ich muss wie immer einfach nach dem Körper laufen, schneller, langsamer, wie es grade geht. Haken dran. Das Gleiche gilt für die Gehpausen, das hat ebenfalls zu nichts geführt. Die sind eher was für Ultras, da gebe ich Petra vollkommen Recht. Und die Schuhe? Trotz maßgefertigter Einlagen waren schon vor der Hälfte die alten Muskelprobleme wieder da. Für den Fall der Fälle hatte ich noch ein zweites Paar an der Strecke deponiert und konnte wechseln. Allerdings gingen die Wehwechen dann nicht mehr weg. Auch auf mein gewohntes stündliches Gel bei langen Läufen werde ich wieder zurückgreifen. Die Ernährung mit dem Vor-Ort-Angebot hat nicht zu dauerhaftem Energievorrat geführt. Also, ich habe mir die Zeit schön vertrieben – Langeweile kam nie auf. Allerdings hatten mir die Muskelschmerzen doch mehr zugesetzt, als mir lieb war. Das wäre so ein Fall gewesen, wo man den Lauf auch nach 32 km hätte beenden können. Es war ja Training … aber der Ehrgeiz … die Rest-Kilometerzahl nach der zehnten Runde war ja nur noch einstellig und ein kurzer Lauf geht doch immer. So habe ich die ganze Sache noch standesgemäß ins Ziel gebracht und konnte ein erfolgreiches Finish ins Tagebuch schreiben.
Richtig gefreut habe ich mich, als ich plötzlich der Nora gegenüberstand! Wir hatten uns sehr lange nicht gesehen. Sie hat auch das Foto beigesteuert. Das muss schon kurz vor Schluss gewesen sein, zum Glück ist es nicht besonders detailgetreu :-)