Tempo-Quark
Im Kommentar meines letzten Artikels schickte mir Jörg den Link zu einem Gedankenaustausch über das Thema „Wer ist ein richtiger Marathonläufer?“ auf dem Portal Runnersworld.de. Es ist zwar schon einige Jährchen her, dass das Thema dort Wellen schlug, aber wer das Lennartz-Interview gelesen hat, bei dem könnte das schnell wieder in Erinnerung kommen.
Ich habe die Beiträge mit echtem Vergnügen genossen. Leistungsorientierte Läufer, ambitionierte Hobbyläufer, reine Genussläufer und „Hauptsache mal gemacht und überlebt“-Sportskanonen geigten sich gegenseitig die Meinung. Tausende Marathonis und fünftausend Standpunkte und alle waren irgendwie nachvollziehbar. Welchen Quark hätte ich da eigentlich dazugegeben? Also, ich ziehe erst mal grundsätzlich den Hut vor allen, die 42 Kilometer zu Fuß schaffen. Egal ob gewandert, gewalkt oder gelaufen. Das geht nicht einfach mal so nebenbei, sondern setzt irgendeine Art regelmäßiger ausdauernder Betätigung voraus. Damit ist das Hauptziel des Sports ja eigentlich schon erreicht – wir tun etwas für unsere Gesundheit.
Das Sahnehäubchen Marathon kann man haben, muss man aber nicht. Wer es sich vornimmt zu laufen, sollte meiner Ansicht nach auch ein Tempo drauf haben, das man mit Gehen nicht schaffen kann. Ich sage mal, 8 Kilometer pro Stunde zu spazieren wird schwierig, da muss man schon langsam laufen. Auf einen Marathon mit ebenem Profil hochgerechnet sind wir bei einer Zeit von 5:15 h. Wer damit ins Ziel kommt, ist also den Marathon eher gelaufen als gewandert und darf sich stolz Läufer nennen. So würde ich das gelten lassen, aber da gibt es gewiss wieder fünftausend andere Ansichten. In diesem Sinne, macht einfach das, was euch gut tut und bleibt gesund!