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Laufwunder

Nach dem Marathon ist vor dem ...

25. Oktober 2009 , Geschrieben von Laufwunder

… ULTRAMARATHON in diesem Falle! Jaaaaa ich habs getan, ich habs getan!

Irgendein Kracher musste es noch werden dieses Jahr. Ich war gut drauf, hatte vierundzwanzig Marathons im Kasten und noch Riesenlust auf etwas Verrücktes. Ein bisschen hatte ich ja den Schwäbische Alb-Marathon schon eine ganze Weile im Auge. Aber so richtig wollte ich noch nicht rausrücken damit, denn ich wusste nicht, wie sich ein 50 km-Lauf so dicht hinter dem Brockenmarathon macht. Ein Fiasko wollte ich mir schließlich auch nicht bereiten bei der Ultra-Premiere und dem Jubiläumslauf. Aber wie gesagt, ich hatte den Brocken ziemlich schnell weggesteckt und fühlte mich fit. Manu hatte auch schnell bemerkt, welche Gedanken ich da hege und gab den häuslichen Segen noch dazu.

Also war alles bestens vorbereitet und fix meldete ich am Montag nach, besorgte mir eine Unterkunft und machte mich Freitag nach der Arbeit auf nach Schwäbisch Gmünd. Auffällig waren schon die Infostände beim Abholen der Startunterlagen. Vertreten waren alles Ultra-Läufe, von denen ich viele nicht mal dem Namen nach kannte. Rennsteig-Supermarathon, na klar, Biel, auch bekannt, aber welcher Ultra-Einsteiger kennt schon Celje? Ein Lauf in Slowenien, mal eben 75 km ausschließlich bergauf. Dann gab es noch einen in Tschechien, Brdskrskrskrksk….. ich weiß nicht mehr. Alles Ultras, die in den Europacup gehörten, genau wie der Alb-Marathon. Um da in die Wertung zu kommen, muss man drei davon finishen. Okay, also mal ganz klein anfangen und Ruhe bewahren.

Am Samstag, dem Lauftag, war ich beizeiten am Start. Es versprach herrliches Laufwetter zu werden, um die zehn Grad, bisschen windig, Sonne und gute Sicht. Ich schaute mich um und entdeckte sie – die Spezialisten, die etwas verwegen aussahen und den Eindruck machten, als verspeisen sie täglich einen „normalen“ Marathon zum Frühstück. Ultra-Läufer also. Ich grinste in mich hinein und dachte, wartet nur - heute Abend gehöre ich dazu, ja, irgendwie, aber ins Ziel komme ich! Damit war mein Vorhaben also geklärt.

Ich habe nach dem Start auch sofort begonnen, mir ein gemütliches Tempo zu suchen und war nach einer guten Stunde bei Kilometer zehn. Dort begann der erste Berg und ich kam mit einem Pärchen ins Gespräch. Er wollte heute langsam laufen, weil sonst sein Jubiläum so schnell vorbei wäre. Klar fragte ich, um welches Jubiläum es sich drehte. Es war sein hundertster Marathon und der fünfzigste Ultra! Seine Begleiterin warf dann noch kurz ein, dass es heute ihr siebzigster Marathon sei! Ähmmmm und ich? Hatte schließlich auch ein Jubiläum! Fünfundzwanzigster Marathon und erster Ultra! Ich habe es auch zugegeben, immerhin wollte ich da stolz drauf sein! Sie freuten sich auch mit mir und wir begegneten uns dann noch immer mal wieder auf der Strecke.

Es begannen die Berge. In meinem Lauftagebuch sind die Läufe nach Schwierigkeit in Kategorien eins bis fünf sortiert. Fünf ist zum Beispiel der Brocken. Für diese Dinger aber hätte ich die Kategorie Sechs erfinden müssen!! Kleine „Huckel“ mit knallharten, teils kilometerlangen, extrem steilen Anstiegen. „Ho-Chi-Minh-Pfad“ nannte sich hämisch einer davon. So etwas habe ich noch nie erlebt. Man musste fast auf allen Vieren hoch dort, so steil war das! Die Abstiege waren dann natürlich genauso. Nichts mit Laufenlassen – es wurde extra Kraft gebraucht, um heil herunterzukommen! Nach drei Stunden stand ich auf dem Hohenrechberg – Halbzeit. Also weiter und nicht drüber nachgedacht, was noch so kommen würde.

Die wunderschöne Landschaft lenkte von den Anstrengungen ab und irgendwann, nach Kilometer 35, war auch der letzte heftige Berg geschafft. Und plötzlich begann mir der Lauf richtig Spaß zu machen! Nichts mit Hänger, Schmerzen, „was mache ich da…“ oder so! Ich fühlte mich sauwohl und immer noch voller Kraft! Auf den folgenden vier Kilometern überholte ich eine Menge Leute, lief so schnell ich konnte bergab und jodelte voller Übermut in den Wald hinein, wenn keiner in der Nähe war ;-)

Genau bei 4:59 h war ich am Verpflegungspunkt an km 40. Ich schaute auf die Uhr und plötzlich begann der Kopf zu rechnen … ging da gar noch was unter sechs Stunden? Ich hatte mir vorsorglich verboten, über eine Zielzeit nachzudenken. Und die Gegenstimme sagte auch sofort „biste verrückt, lauf das Ding in Ruhe heim und pass auf dich auf“. Aber nein, der Ehrgeiz war erwacht. Ich bin losgerannt, was das Zeug hielt, flitzte auch den letzten Anstieg bei Kilometer 44 locker hoch, wohl wissend, dass ich jetzt schon ein Ultra-Marathon-Läufer war ;-)

Und dann gab ich nur noch Gas – und der Körper spielte mit! Vorbei an hinkenden, gehenden und trabenden Sportskameraden bin ich die letzten zehn Kilometer in 58 Minuten gelaufen und kam gut in 5:57 h ins Ziel! Ich konnte es kaum fassen und wusste überhaupt nicht wohin mit meiner Freude! Das war nicht nur der längste, es war auch der härteste Lauf, den ich bisher gemacht hatte! Und ich konnte locker im Ziel herumhüpfen! Was bleibt, ist ein Riesenerlebnis und auch die Erkenntnis, dass da noch mehr gehen muss. Ein Hinweis auf den Rennsteig 2010?

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K
<br /> Hallo Holger,<br /> herzliche Glückwünsche auch von mir zu dieser super Leistung!Endlich bin ich dazu gekommen deinen Bericht zu lesen. Hast du wirklich klasse gemacht, ich könnte fast Lust bekommen ;-). Wie wärs, du<br /> testest den Ultra am Rennsteig, und ziehst mich dann 2011 durch ;-). Vielleicht werden wir ja auch wieder eine 4er Gruppe.<br /> Sei lieb gegrüßt, Katrin<br /> <br /> <br />
Antworten
L
<br /> Huhu Katrin, das wäre ein Traum, mit euch dreien von diesem Jahr zusammen die große Strecke zu laufen! Ich werde das mal testen 2010 und dann sehen wir weiter. Hauptsache, ich komme gesund über den<br /> Winter, sonst wird es Quatsch. Aber das Ziel steht!<br /> Liebe Grüße!<br /> <br /> <br />
R
<br /> Herzlichen Glückwunsch, Holger! Ich war im vergangenen Jahr dort und habe den Lauf und die Gegend in guter Erinnerung.<br /> Erhol Dich gut!<br /> <br /> <br />
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P
<br /> Herzlichen Glückwunsch liebe Holger! Wow - das ist ja sowas von einer megastarken Leistung!<br /> Und ob du es mir glaubst oder nicht - ich habe das geahnt, daß ich in diesem Jahr noch einen Ultrabericht von dir lese!<br /> Ich freue mich schon riesig auf den Gipfellauf.<br /> Tschüß bis zum Wochenende!<br /> LG<br /> Petra<br /> <br /> <br />
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L
<br /> <br /> Ich hab selber gestaunt, wie das ging. Und nebenbei habe ich den Unterschied zwischen einem Lauf und einem Trail gelernt ... Bis Sonntag! LG vom Holger<br /> <br /> <br /> <br />