Nicht um jeden Preis!
Noch ein Wort zum Berlin-Marathon. Ich glaube, mit 40.000 Teilnehmern ist nun wirklich die Kapazität ausgeschöpft. Wenn ich an das Gedränge an den Verpflegungsständen denke oder der knappe Platz in den Duschzelten. So eng war es noch nie! Wie viele andere Läufer habe ich mich auch draußen auf der Wiese umgezogen. Nicht auszudenken, wenn da wirklich mal schlechtes Wetter ist! Dann gibt es ein zweites Woodstock vor dem Reichstag! Ich hoffe, die Veranstalter haben das auch registriert und bekommen wieder die Kurve zwischen Kommerz und Sportereignis.
Noch etwas fällt mir ein zu dieser Überschrift. Wenn man sich im Läuferfeld nach der Hälfte der Strecke mal umsieht oder schaut, wer am Ende des Feldes reinkommt… Im Vergleich zu früheren Jahren fällt mir die zunehmende Menge an Teilnehmern auf, denen ich zurufen möchte „Warum tut ihr euch das an?“ Offensichtlich mit vielen Kilos zu viel drauf, quälen sie sich einen ab und sehen schon nach zehn Kilometern ziemlich schlimm aus. In einem Interview wurde ein ausgeschiedener Läufer befragt, seit wann er aktiv läuft. Die Antwort – seit einem Monat!!!
Ich weiß da immer nicht, ob ich die Leute bedauern oder ob ich mich verarscht fühlen soll. Ich hatte es in meinem Bericht geschrieben - auch mit über zwanzig Jahren Marathonerfahrung habe ich Riesenrespekt vor der Strecke und allen, die sie als Läufer bewältigen. Mir würde es nie einfallen, einen Marathon unvorbereitet anzugehen. Was sind das für Geschäftemacher, die übergewichtigen Sport-Anfängern versprechen „In einem Jahr zum Marathon“ und solchen Quatsch? Leute, kommt doch runter von euren Ego-Trips! Muss der erste Lauf im Leben gleich ein Marathon sein? Wie wäre es mit einem langsamen Heranführen an den Ausdauersport mit dem Ziel, zunächst Freude an der Bewegung zu bekommen? Irgendwann kommt mal ein 10 km-Lauf, später der Halbmarathon und irgendwann, wenn man weiß, was man da tut, dann kann es ein Marathon sein! Ich möchte nicht arrogant sein, aber wer einen Straßen-Marathon nach über sechs Stunden, also mit weniger als 7 km/h, „finisht“, ist für mich kein Läufer mehr. Das finde ich auch nicht fair gegenüber den gut vorbereiteten Sportlern. So, das musste auch mal gesagt sein ;-)