Frisch gewagt
Seid ihr schon mal einen Halbmarathon im Kühlschrank gelaufen? So ähnlich war das Gefühl heute beim Maintal-Lauf in Schweinfurt. Immerhin, mein Wettkampftagebuch weist in den letzten fünf Jahren keinen HM bereits Anfang März aus. Also mal was Neues und das Wagnis war nicht ohne, denn mit den Laufband-Einheiten von maximal einer Stunde und einem einzigen Freiluft-Lauf von 13 km standen die Zeichen auf Ungewissheit, was das respektable Abschneiden betraf. Um mit meiner Angst nicht allein fahren zu müssen, lud ich mir das Auto voller Lauffreunde ;-) Nora, Elke und Jens vom Rennsteiglauf-Team waren mit von der Partie.
Um es vorweg zu nehmen - die Uhren gingen genauso wie bei uns, obwohl wir in Bayern waren. Unser rechtzeitiges, navitantengesteuertes Erscheinen bescherte uns einen tollen Parkplatz und keine Schlangen bei der Anmeldung. Von der Landkartenform her sollte es eine schöne Strecke werden. Mit einer kleinen Verzögerung ging es kurz nach elf Uhr auch los und gleich darauf aus der Stadt heraus. Wer nun dachte, irgendwie beginnt jetzt die Natur und ein schönes Tal am Main ... Pustekuchen! Schon beim Hinweis auf ein Gewerbegebiet namens "Maintal" schwante mir nichts Gutes. So war es dann auch, wir umkurvten kilometerlang irgendwelche Firmengrundstücke und rannten an deren Zäunen entlang. Ein paar Kilometer ging es tatsächlich auch am Main entlang, allerdings befand der sich hinter dem Autobahnzubringer. Dieser, bzw. die Autos, die drauf fuhren, waren viel präsenter. Zur Strafe wurde diese Runde dann auch zweimal gelaufen ;-)
Ich habe mich wirklich gut gefühlt und als ich bei km 10 den 1:59 h Zugläufer in meiner Nähe sah, bin ich die nächsten 9 km mit ihm gelaufen. Mir kam das Tempo mörderisch vor, denn ich hatte so auf 2:10 h orientiert. Bei dem Training schien mir das realistischer. Aber irgendwie ging es doch, obwohl kurz vor dem Ziel der starke, kalte Wind die Oberschenkel-Muskulatur fest werden ließ. Also - große Zufriedenheit für genau zwei Stunden! Das war so nicht zu erwarten. Übrigens ging es den anderen dreien genauso: Innerhalb einer Viertelstunde waren wir alle im Ziel und mehr oder weniger überrascht, wie gut sich dieses Laufjahr schon anfühlt. Nun können die nächsten Läufe kommen, hoffentlich auch bald im grünen (!) Thüringer Wald!
Ein Wort zum Maintal-Lauf selbst: Die Organisation, die Verpflegung unterwegs und das ganze Drumrum waren wirklich okay. Die Laufstrecke ... naja. Ich denke, angesichts eines Radweges direkt am Main könnte man da mehr draus machen. Für uns war es auf jeden Fall die erste Gelegenheit für einen organisierten Lauf auf schneefreien Strecken und dafür war es allemal gut.