Montag, 30. august 2010 1 30 /08 /2010 20:37

„Wann seid ihr kreativ?“ – so fragte kürzlich der Moderator in einer Weiterbildung die Runde der Zuhörer und warf dem Ersten einen kleinen Ball zu. Jeder gab seine Antwort, die sich in den meisten Fällen zwischen Ausruhen, Musikhören und Sport bewegte. Als der Ball bei mir war, erzählte ich von meinen Erlebnissen mit dem MyPod. Am Ende waren wir uns einig: Wir sind dann kreativ, wenn wir entspannt sind.

Und schon startete die nächste Runde der Diskussion. Es stellte sich heraus, dass alle irgendwie aus Tätigkeitsfeldern kamen, in denen es täglich auf Kreativität ankam. Wie gestaltet man seinen Arbeitstag nun so entspannt, dass man kreativ sein kann? Geht das überhaupt? Laufen, Abruhen, Musikhören während der Arbeitszeit? Hört sich irgendwie theoretisch an, ist aber meiner Meinung nach eines der spannendsten Themen unserer Arbeitswelt. Wir als Läufer wissen doch, wie das geht: Beim entspannten Laufen am Abend entstehen die Lösungen! Heute erst hatte ich wieder so ein Erlebnis. Den ganzen Tag habe ich versucht, einen bestimmten Ablauf zu visualisieren, der nicht richtig funktioniert. Nach einigen weggeworfenen Schmierzetteln gab ich es auf. Vorhin, nach zwanzig Minuten Laufen, stand das gesuchte Bild klar und deutlich in meinem Kopf! Also schnell hingesetzt und es aufgezeichnet. Aber, jetzt ist doch meine Freizeit? Jeden Tag möchte ich die nun auch nicht investieren.

Wie gestaltet man also den kreativen Köpfen eines Unternehmens so viele Freiräume, dass sie ihre kreativen Phasen nutzen können? „Chef, ich denke mal über das Problem nach“, Laufschuhe an und raus? Coole Aussicht! Funktioniert das bei jemandem? Bei mir scheitert es an trivialen Dingen – es gibt keine Dusche im Haus. Aber so ähnlich könnte es sein. „Chef, ich komme heute erst Mittag, ich hab ausgeschlafen, denn bis 2 Uhr habe ich die Funktion xy fertiggestellt“ – so etwas setzt sicher ein erhebliches Grundvertrauen vom Vorgesetzten voraus. Doch wenn es messbare Ergebnisse gibt? Dann ist es doch eigentlich egal, wann diese entstehen! Vertrauen und Freiräume gegen Leistung? Wäre das auszuhalten, wenn die Arbeit plötzlich durchgängig Spaß machen würde? ;-)

von Laufwunder
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Sonntag, 22. august 2010 7 22 /08 /2010 20:40

Hab ich doch das Laufwunder schon wieder vernachlässigt! Im Moment ist nichts Spektakuläres los. Ich verbringe die Lauf-Zeit sehr gern damit, mal wieder auf Strecken in der näheren Umgebung vorbeizuschauen, auf denen ich lange Zeit nicht gewesen bin. Da sind jedes Mal Überraschungen programmiert, häufig in Form von neuen Aussichtspunkten, die durch Forstarbeiten entstanden sind. Das macht mir wirklich Spaß und bringt Abwechslung ins Läuferleben. Abwechslung - das scheint sowieso das Thema des Laufwunder-Jahres zu sein, ist mir Letztens so aufgefallen. Alle Läufe in diesem Jahr fanden in Gegenden statt, in denen ich noch nie gelaufen bin. Die Ausnahme bildet lediglich der Oberelbe-Marathon, der lässt sich nun mal nicht woanders hin verlegen. Aber angefangen von Mnisek, über den Kyffhäuser bis hin nach Füssen konnte ich viele schöne Ecken kennenlernen und laufend erleben. Und das geht so weiter – momentan freue ich mich schon auf den Drei-Talsperren-Marathon Mitte September im Erzgebirge.

Unter dem Blickpunkt „Neue Gegenden erleben“ habe ich heute auch den traditionellen Inselsberg-Halbmarathon gegen den Pleß-Lauf getauscht. Der Pleß ist ein Berg nicht weit von Breitungen an der Werra. Nicht zu verwechseln mit dem Bleßberg bei Steinheid im Kreis Sonneberg, der durch die kürzlich gefundene Höhle in den Schlagzeilen war. Der Pleß bei Breitungen war zu DDR-Zeiten Standort einer Radarstation und damit nicht begehbar. Also Nachholbedarf in Sachen Natur in der Rhön! Ich hatte heute sowieso einen Lauf vor, warum also nicht mal dort. Das Streckenprofil verhieß Anstrengung – 14 Kilometer bergauf zum Gipfel auf 644 m und danach 7 Kilometer bergab. Das Wetter war schon am Vormittag sehr heiß und feucht. Ich glaube, die Pilze sind minütlich aus dem Boden geschossen.

Irgendwie fühlte sich dieser Lauf von Anfang an komisch an. Ziemliches Chaos bei der Nachmeldung, so richtig wusste keiner, wohin. Der Lauf startete dann auch erst einige Minuten später. Nach zwei Kilometern bereits eine Getränkestelle, kurz vor dem Wendepunkt der 5 km-Strecke. Zu meiner Überraschung kurz danach bereits die nächste. An diesem Punkt ahnte ich noch nicht, dass dies für die nächsten zehn Kilometer die Letzte war! Ich hatte mich nur gewundert, dass einige Lauffreunde Trinkgürtel dabei hatten. Das ist eigentlich bei gut organisierten Läufen nicht nötig. Die folgende Stunde aufwärts wurde zur Tortur. Permanenter Anstieg, sengende Hitze und kein Tropfen Wasser! Unfreundlicherweise gab es auch nicht ein einziges Kilometerschild, nicht mal alle 5 km oder so, das hätte ja gereicht. Für den Neuling auf der Strecke also kein Stück Orientierung. Den letzten Kilometer vor dem Gipfel musste ich in den Walkingschritt wechseln. Ich glaube, ich stand kurz vor ´nem Hitzekasper und war halb verdurstet. Auf dem Gipfel dann endlich wieder Getränke. Viel Zeit blieb angesichts meines Zustandes an diesem Punkt nicht, um die schöne Umgebung zu betrachten. Mit ziemlichem Frust im Bauch bin ich dann bergab gerannt und wollte nur noch ins Ziel und in den danebenliegenden Baggersee zur Abkühlung! Damit habe ich mich motiviert und habe den Lauf auch beendet.

Aber so richtig Zufriedenheit stellte sich nicht ein, denn ich war total platt von diesem Rennen. Nicht wegen schlechter Form oder falscher Lauf-Einteilung, nein, die Ursache sehe ich auf den „trockenen Kilometern“ bergauf, die mich an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht haben. Ich glaube, der Pleß sieht mich laufenderweise nicht so schnell wieder. Aber wie haben wir uns beim Fußball immer getröstet, wenn es schlecht lief? „Bewegt haben wir uns, geschwitzt haben wir und Bier-Durst haben wir!“ In diesem Sinne, her mit dem Erdinger (alkoholfrei)!

von Laufwunder
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Sonntag, 8. august 2010 7 08 /08 /2010 21:13

Das ist ja wirklich spannend. Seit dem Königschlösser-Marathon vor zwei Wochen mache ich mir so meine Gedanken. Ich habe diesen Lauf einfach mal mitgemacht, praktisch ohne Vorbereitung. Der letzte Lauf von mehr als 20 km war die Rennsteigstaffel Mitte Juni. Seitdem habe ich es sehr ruhig angehen lassen und mich eher im regenerativen Bereich bewegt. Streckenlängen um die zehn Kilometer, keine Tempoläufe, alles entspannt. Und praktisch aus dem Stand heraus kann ich einen Marathon abrufen, also um die viereinhalb Stunden Ausdauerleistung und ohne jegliche Nachwehen. Einfach mal so. Nicht einen Moment kam mir im Vorfeld der Gedanke an Leichtsinn oder Ähnliches. Ich war mir meiner Sache völlig sicher. Noch vor einem Jahr hätte ich mir das nicht gewagt, so hatte ich es auch in meinen Gedanken kurz vor dem Berlin-Marathon beschrieben.

Was ist das? Scheinbar hat der Körper durch das jahrelange Laufen eine riesige Grundkondition aufgebaut. Sicher kommt der Erfahrungsschatz dazu. Wie viele andere Freizeitläufer auch, weiß ich bei einem Marathon, was ich tue. Ich kann mir einen Lauf einteilen, kenne keinen Hammer mehr am Kilometer 30 und habe ein sehr genaues Gefühl dafür, was mein Körper an diesem Tag leisten kann und was nicht. Ungefähr nach der Hälfte des Laufes kann ich meine Endzeit auf zwei bis drei Minuten genau vorhersagen. Ohne Quatsch, ich habs mehrfach probiert! Das kann kein Zufall sein. Vielleicht ist es diese Kombination aus Training und Erfahrung. Nach wie vor gilt aber auch, dass ich nie ein solches Rennen starten würde, wenn ich nicht gesund  wäre.

Der Kopf weiß, dass er sich nicht verrückt machen muss. Ich brauche kein Tempotraining und will keine speziellen Zeiten erreichen. Ich merke am Anfang des Laufes, wie ich drauf bin, wie das Wetter mitspielt, wie die Stimmung ist und so gestalte ich einen Lauf. Eine Zeit von unter viereinhalb Stunden bei einem profilierten Marathon in der Natur ist für mich immer eine gute Zeit. Normalerweise lässt sie es zu, auch das eine oder andere Foto unterwegs zu machen. Und wenn es mal ein paar Minuten mehr sind ist es auch okay. Wichtig sind der Spaß unterwegs und ein lockerer Ziel-Einlauf.

Ich frage einfach mal in die Runde, vor allem die Ultra-Leute: habt ihr euch schon mal ähnliche Gedanken gemacht? Ist euch schon mal vor euch selber angst geworden bei dem Gefühl, einfach endlos laufen zu können? Habt ihr die Marathonstrecke schon mal als „Tagesgeschäft“ erlebt? Ist das etwa das Ultra-Geheimnis, was ich da entdeckt habe? Ich bin gespannt, was ihr schreibt!         

von Laufwunder
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Freitag, 30. juli 2010 5 30 /07 /2010 20:24

Gestern war der GutsMuths-Lauf Thema in der Frühstücksrunde auf Arbeit. Ein Kollege war der festen Meinung, er sei schon zu DDR-Zeiten auf einer offiziellen Wanderstrecke im Rahmen des Rennsteiglaufes unterwegs gewesen. Der gleichen Ansicht war eine Kollegin, die sich sicher war, Angehörige nach Schnepfenthal zum Start der Wanderung gebracht zu haben. Ich als vermeintlicher Rennsteiglauf-Fachkundiger schwor Stein und Bein, dass dies nicht gewesen sein könne. Meines Wissens kamen die Wanderungen erst nach der Wende dazu. Besagter Kollege bot sofort eine Wette an und setzte eine Kiste „Rotkäppchen“. Meiner Sache sicher, hielt ich natürlich dagegen.

Dann ging es ans Quellen suchen. Er überraschte mich tatsächlich mit einigen digitalisierten Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen er mit einer Startnummer der Wanderung von 1989 zu sehen war! Und das musste vor der Wende gewesen sein. Ich war in der Zwischenzeit auch nicht faul und schickte eine Mail an Hans-Georg Kremer. Wer sollte besser Auskunft geben können als die Rennsteiglauf-Legende selbst?  Die Antwort lies auch nicht lange auf sich warten: Seit 1988 schon gab es eine Wanderstrecke von Schnepfenthal nach Oberhof! Ich war wirklich platt, da habe ich nicht gewusst, denn als Läufer von Neuhaus aus kam ich mit den Wanderern ja nie in Berührung.

Und noch etwas schrieb der Rennsteiglauf-Guru, ich zitiere: „Die Uridee war ja, dass wir den Teilnehmern wie bei ähnlichen Veranstaltungen in der CSSR 24 Stunden Zeit geben. Somit konnte man auch Wandern. Die erste inoffizielle Ausschreibung für 1975 lautete sogar 50-Meilen Leistungswanderung. Damit kamen wir den Leichtathleten nicht in die Quere. Ich kann mich an Fotos erinnern, dass einige Teilnehmer mit großen Rucksäcken am Start in der ersten Reihe standen.“ Rennsteiglauf-Geschichte aus erster Hand!

Okay, damit bin ich das prickelnde Gesöff also los. Habe aber spannende Dinge dazugelernt. Und wer jetzt über mich lachen sollte, den erwarte ich im Mai 2011 in Eisenach am Start – mit einem großen Rucksack in der ersten Reihe! Mindest-Inhalt: Sechs Flaschen Rotkäppchen, die nach Schmiedefeld gebracht werden müssen!

von Laufwunder
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Sonntag, 25. juli 2010 7 25 /07 /2010 21:35

Hier nun mein Bericht über unser Wochenende in Füssen. Wir sind schon am Freitagmorgen losgedüst in Richtung Süden. Immerhin lagen 420 Kilometer vor uns. Leider hielt sich das Wetter exakt an die Prognose. Da, wo man eigentlich die Berge sehen sollte, zogen nur Wolken in der Gegend herum. Es begann es in Strömen zu schütten und sollte bis Samstag spätabend nicht wieder aufhören. Also war der Schirm unser ständiger Begleiter, doch damit konnten wir angesichts der wunderschönen Altstadt von Füssen gut leben. 

Wir haben einfach das Beste draus gemacht, haben uns alles angesehen und auch gleich die Startunterlagen abgeholt. Dort gab es auch die erste Überraschung: Anstelle der üblichen Probepackung irgendeines Wunder-Lauftrunks gab es zwei große Stücken bayerischen Käses, den eine Sennerei gesponsert hatte! Eine tolle Idee, nur zum Glück war es kühl im Zelt. Ich habe mir die armen Helferinnen schon bei 35 Grad vorstellt, ich glaube das hätten die nicht ausgehalten bei dem Gemüffel! Aber geschmeckt hat er! Den Freitag beendeten wir übrigens noch mit einem „Kirchen-Marathon“. Zufällig fand nämlich die „Nacht der offenen Kirchen“ an diesem Abend statt. In jeder Kirche war irgendetwas los und so konnten wir praktisch nebenbei noch vier schöne Kirchen an diesem Abend in Augenschein nehmen. Warum auch nicht, wenn mal schon mal in Bayern ist. 

Der Samstag war wettertechnisch genauso ein Ausfall wie der Freitag. Also suchten wir nach „Indoor-Erlebnissen“ und fanden die auch in der Königs-Therme in Schwangau. Übrigens eine ganz tolle Einrichtung: Von jedem Becken aus Blick auf Schloss Neuschwanstein! Selbst in jeder Sauna war ein Fenster mit Blick auf das Gebirgspanorama eingelassen! Ein ganzer Tag Erholung und Entspannung sollte es werden. Allerdings hatten geschätzte hunderttausend verhinderte Wanderer die gleiche Idee, so wurde es doch ziemlich eng. Aber gelohnt hat es sich allemal. Abends dann fand in Füssen der erste Teil des Laufwochenendes statt – ein 10 km-Lauf und ein Halbmarathon. Leider bei immer noch schlechtem Wetter und auch „nur“ auf einem mehrfach zu laufenden Rundkurs durch die Stadt. Dafür  war ich nicht hergekommen und so schloss ich in dieser Zeit lieber meine professionelle Marathonvorbereitung bei Schnitzel und „König Ludwig Dunkel“ ab. 

Einen Lichtblick gab es trotz Dunkelheit am späten Abend noch: Es hörte auf zu regnen! Heute morgen führte mein erster Gang vor die Tür. Immer noch dicke Wolken überall, aber es regnete nicht! Kühl war es auch, so um die zehn Grad. Es roch nach perfektem Laufwetter! Also die entsprechenden Klamotten gesucht, gefrühstückt und Punkt sieben Uhr brachte mich Manu zum Start. Der frühe Start um 07.30 Uhr hatte auf jeden Fall seinen Sinn. Eine Woche vorher wäre das die Voraussetzung für einen halbwegs hitzekollerfreien Lauf gewesen. Aber heute war alles optimal. Ungefähr 600 Läufer und einige Staffeln waren am Start.
 

Ab ging es zunächst Richtung Norden. Einmal rund um den Hopfensee war die erste Herausforderung. Auf dem Weg dahin ging es an Wiesen und Weiden vorbei. Ungläubig schauten die Rindviecher dem bunten Läufervolk hinterher, das beim Wiederkäuen störte. Sambagruppen waren auch keine zu hören, dafür das Gebimmel der Kuhglocken. Bayern-Romantik erster Teil. Die starken Regenfälle hatten den Ufern am Hopfensee ziemlich zugesetzt. Schon nach Kilometer vier stand der Weg das erste Mal komplett unter Wasser – komplett hieß knöcheltief auf eine Länge von ungefähr zehn Metern. Kein Entrinnen möglich, ab hier hatten ALLE nasse Füße! Wehe dem, der keine passenden Socken und Schuhe hatte! Ich hatte zum Glück keine Probleme damit. Diese Übung wiederholte sich nach Kilometer neun nochmal, diesmal noch schlimmer, auf ca. dreißig Metern und noch tiefer schwamm Läufer über den Weg! Langsam rechnete ich damit, dass man gleich Fahrräder ausgeben würde. So wäre ich zu meinem ersten Triathlon gekommen. 

heute-016.JPGEntschädigt wurde ich kurze Zeit später. Ab ca. Kilometer zehn hatte man das komplette Panorama vor Augen und lief von da an darauf zu! Langsam hoben sich auch die Wolken und gaben den Blick auf die Berge frei! Zurück in Füssen, ging es entlang des Forggensees und bald war die Hälfte geschafft. Vom Tempo her war ich wider Erwarten ganz gut dabei. Ich habe den Lauf ohne wirkliche Vorbereitung, praktisch aus der „Alltagsform“ heraus gemacht und hatte mir kein besonderes Zeitziel gestellt. Genießen und Ankommen, war die Devise. Die Gruppe mit dem 4:30 h-Pacemaker war mir am Anfang zu langsam. Ich ließ sie schon am Start hinter mir. Wenn ich langsamer werden würde, könnte ich später immer noch versuchen, mich ihnen anzuschließen. Aber es lief ganz flüssig, immer entlang des Seeufers und langsam näherte ich mich Kilometer 30 und damit dem perfekten Blick zu den Schlössern. Einfach wundervoll! Die herrliche Sicht lenkte unwahrscheinlich von der Strecke ab. Wer es hier eilig hatte, war selber schuld! 

heute-017.JPGWeiter ging es entlang der Felsen und später auch über den Parkplatz am Schloss Hohenschwangau. Ich sah den Riesenansturm von Besuchern und es war ein schönes Gefühl, durch die abgesperrte Gasse mittendurch zu laufen. Die vielen Anfeuerungen lockerten die Muskeln für die letzten Kilometer. Sieben Kilometer vor Schluss deutete die Uhr gar auf eine Zeit unter 4:30 hin! Natürlich erwachte sofort der Ehrgeiz. Allerdings haben sich die Veranstalter noch einige überraschende Bösartigkeiten auf den letzten drei Kilometern einfallen lassen. Eine Berg- und Tal-Bahn wartete auf die müden Beine, kurze An- und Abstiege, so heftig, wie  es sie den ganzen Lauf über nicht gegeben hatte! Die 4:30 h gerieten echt noch in Gefahr! heute-018.JPG

Doch da kam praktische Hilfe in Gestalt des 4:30-Pacemakers (er hieß übrigens Peter Orth, wie ich dann herausfand). Mutterseelenallein kam er angelaufen, niemand von der Gruppe war mehr bei ihm. Er meinte nur „Komm mit mir, da bleibt du locker in der Zeit“. Ich ließ mich gern von ihm ziehen und so schafften wir die letzten beiden Kilometer nochmal recht flott. Auf der Zielgerade gab es dann übrigens auch noch die echten Sambatrommeln! Tatsächlich blieb die Uhr noch unter der 4:30er Marke stehen! Mir war geholfen und Peter konnte seinen Pacemaker-Job auch erfolgreich beenden. Ich bedankte mich bei meinem „Zugpferd“ und wir waren beide zufrieden. Eigentlich wollte ich ja nur ankommen… 

STH73857.JPGFazit für euch: Wenn ihr es auf die Reihe bekommt, mitten im Hochsommer mal einen Marathon zu laufen, dann nehmt diesen! Er ist vom Profil her nicht kompliziert und lässt sich schön laufen. Die Landschaft entschädigt für alle Anstrengungen! Für mich war es wahrscheinlich die schönste Marathonstrecke, die ich bis jetzt gelaufen bin!        

von Laufwunder
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Donnerstag, 22. juli 2010 4 22 /07 /2010 21:31

Jetzt wird es aber Zeit, sich mal wieder hier zu melden. Die Hitze provoziert eine dermaßen große Faulheit, die sich sogar hier niederschlägt.

 Die erste Entdeckung war unser Urlaub auf Mallorca. Wider Erwarten wurden die zwei Wochen nicht durchgängig begleitet von grölenden Ballermännern. So sahen zumindest meine Vorurteile aus, über Jahre wohlgenährt. Die musste ich schweren Herzens aufgeben angesichts eines ruhigen Städtchens im Osten der Insel und den herrlichen Bergen und den schönen Stränden drum herum. Wir haben die Insel mit dem Auto erforscht und keine Sehenswürdigkeit ausgelassen. Also – Daumen hoch für Malle, wobei ich da wahrscheinlich eher im Frühjahr oder Herbst hinfahren würde beim nächsten Mal. Bei der Hitze im Sommer beschränken sich die Aktivitäten doch sehr. Meinen täglichen kleinen Lauf habe ich zwischen sieben und acht Uhr morgens gemacht, da ging es noch, wärmetechnisch sozusagen. Das Aufstehen war sowieso kein Problem angesichts eines verzogenen Kleinkindes im Nachbarzimmer, das spätestens 06.30 Uhr zu kreischen begann. Ich habe es eben positiv gesehen, zum Ausruhen war ja der Rest des Tages noch da. Und ausgeruht haben wir uns reichlich, ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, mal drei Bücher hintereinander gelesen zu haben. 

DSC00197.jpgWieder zu Hause, sorgte die Gluthitze für eher schlaffe Tage, auch fürs Laufen. So richtig kam ich nicht aus dem Knick. Deshalb habe ich vergangenen Sonntag eine größere Tour gemacht, auch mit Blick auf den Marathon in Füssen. Bereits 07.30 Uhr war ich im Wald rund um Goldlauter, da schlief das ganze Dörfchen noch. Ich wollte einen Weg Richtung Rennsteig nehmen, den ich vor Jahren einmal gefunden hatte und seitdem nicht wieder gelaufen bin. Leider habe ich einen falschen Abzweig genommen und von da an wurde auch dieser Lauf zu einer Entdeckungstour. Nach einer ca. einen Kilometer langen „Rampe“ von ca. 15 % Anstieg zweigten immer neue Wege ab. Bis dahin dachte ich, ich kenne mich gut aus, aber das war nur sehr grob, wie ich feststellen musste. Ich hielt mich dann an die Wegweiser und entdeckte noch einen herrlichen Aussichtspunkt am Goldlauter Berg. Auch einen Picknickplatz gab es dort! Also hier muss ich irgendwann mal zum Sonnenuntergang hin – einfach romantisch und abgeschieden, dieses Plätzchen! DSC00198.jpg

Kurz danach stand ich am Borstenplatz auf dem Rennsteig. Der Rennsteigläufer kennt den Platz kurz vor dem Mordfleck, wo der Herbert-Roth-Stein steht. Eigentlich war mir nun die Strecke völlig egal und ich beschloss, einen Trial draus zu machen. Also musste auch der Fichtenkopf noch dran glauben – über Stock und Wurzeln immer entlang des Gipfelweges. Diesem Weg mit dem roten Dreieck folgte ich dann über die Schmücke, über einen kleinen Schlenker hinauf auf den Schneekopf. Nun war es gegen zehn Uhr und die ersten Wanderer tauchten auf. Ich war zweieinhalb Stunden unterwegs und hatte schon ein wahnsinniges Höhenprofil in den Beinen. Also ging es von nun an zurück nach Hause. Schnurstracks über die Suhler Hütte hinab nach Goldlauter gab ich Vollgas bergab und schaffte die Strecke in einer guten Dreiviertelstunde. Irgendwie anders als geplant, aber mit ganz neuen Bildern im Kopf kam ich zu Hause an. Allerdings war ich auch ziemlich platt. Kein Wunder denn die Addition ergab gut 1000 Höhenmeter an diesem Vormittag.

Morgen geht es nun nach Füssen zum Königschlösser-Marathon. Das Wetter soll etwas kühler werden. Auch nicht schlecht. Hauptsache, die Sicht ist einigermaßen, ich möchte die schöne Gegend genießen und mich nebenbei für die Läufe des Herbstes einrollen. Ich sage euch, wie es ausgegangen ist.

von Laufwunder
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Das bin ich

  • Laufwunder
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Mein Laufkalender

So sieht das Laufjahr aus bis jetzt:

28.02. - Kristall-Lauf Merkers (30 km sollen genügen)
20.03. - Possenlauf Sondershausen (20 km)
28.03. - Berliner Halbmarathon (Sprint in Berlin ;-))
10.04. - Kyffhäuser-Bergmarathon (es wird ernst...)
17.04. - Brdska Stezka in Mnisek (ECU-Lauf Nr. 1)
25.04. - Oberelbe-Marathon
08.05. - Rennsteig-Supermarathon (ECU-Lauf Nr. 2)

und weiter gehts:

05.06. - Chemnitzer Marathon (als Staffel in Familie)

19.06. - Rennsteig-Staffellauf
              (Abschnitt 4: Neuhaus-Masserberg)

25.07. - Romantik-Schlösser-Marathon Füssen

22.08. - Pleß-Lauf Breitungen (21 km) 

18.09. - Drei-Talsperren-Marathon Eibenstock

03.10. - Lauf der Einheit Mühlhausen (34 km)

23.10. - Schwäbische Alb (ECU-Lauf Nr. 3) 

27.11. - Advents-Wald-Marathon Bad Arolsen

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