Sunday, 12. february 2012
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17:36
Es ist tatsächlich so, dass ich meinen letzten Artikel hier an dem Tag
geschrieben habe, an dem ich das letzte Mal an der frischen Luft laufen war! Seitdem herrschen arktische Verhältnisse. Einstellige Minusgrade machen mir nichts aus, passend anziehen und ab. Aber
bei minus 15 Grad und darunter tue ich mir, meiner Muskulatur und meiner Gesundheit diese Härte nicht mehr an. Die schönen Jahreszeiten folgen ja noch.
Außerdem komme ich jetzt wirklich gut mit dem Laufband zurecht. Aus purer Abneigung ist so etwas wie Hassliebe geworden. Nach meinem Spontan-Halbmarathon vor drei Wochen habe ich es letztes
Wochenende und auch heute hinbekommen, einen geplanten zweistündigen Lauf auf dem Ding durchzuhalten und dabei mehr als 20 km „zurückzulegen“. Als gutes Mittel hat sich für mich bewährt, die
Strecke im Kopf zurechtzulegen und auf 2,5 km-Abschnitte aufzuteilen, nach denen jeweils eine kurze Gehpause zum Trinken kommt. Das ist in der trockenen Luft auch notwendig. Ich habe mir auch
abgewöhnt, auf dem Band stur vor mich hinzutrödeln, sondern baue gezielt mal ein paar Kilometer Steigung oder schnellere Abschnitte ein. Als Nebeneffekt mache ich an einem Tag der Woche mal
schnelle Läufe in der Art „10*400“. Die 400er so schnell es geht, dazwischen 200-300 Meter langsam und dann von vorn. Mit Ein- und Auslaufen sind das auch jeweils 10 km. Es war ein Tipp von einem
Lauffreund und ich probiere es einfach mal aus. Auf jeden Fall bringt es Abwechslung und mal sehen, wozu es sonst noch gut ist.
Also, ich bin keineswegs untätig, habe Spaß und schon Einiges mehr gemacht als im Vorjahr. Immerhin rückt nun der erste wirkliche Höhepunkt in Sichtweite: der Untertage-Marathon in Merkers.
Ich könnte glatt mal bissel den Kalender vordrehen…
von Holger
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Saturday, 28. january 2012
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17:25
Heute war ein Samstagvormittag, wie ich ihn mag: Ausschlafen und nach dem
Frühstück raus zum Laufen. Laufband hin und her, die frische Luft unter der Woche fehlt mir schon. Mal von dem Mief abgesehen, der mich momentan bei meinem Tagewerk umgibt. Ein Paar von
Möchtegern-Machern hält sich für besonders schlau und übt sich in Bauerntricks. Zwar ohne Erfolg, aber es geht mir wahnsinnig auf den Zeiger und nervt ohne Ende. Da kommt ein schöner Lauf durch
den Winterwald genau richtig.
Bei Temperaturen von minus zwei Grad machte ich mich langsam auf den Weg, genauer gesagt, auf den „Leitweg“. Das ist ein Waldweg, der am Suhler Himmelreich beginnt und nach sieben Kilometern am
Rennsteig auf Höhe des „Bierflecks“ endet. Ich hatte bemerkt, dass dieser Weg durch den Forst beräumt wird und war gespannt, wie weit das gehen würde. Nach drei Kilometern wurden die Fußspuren
vor mir immer weniger. Der Weg war tatsächlich gut laufbar, ein Gefühl wie am Strand. Ich sah die frischen Abdrücke von Laufschuhen in die eine und auch in die Gegenrichtung und war gespannt, wie
weit die Person wohl gekommen sei, bevor sie umgekehrt ist. Auf diese Dinge konzentriert, lief ich locker vor mich hin, bis plötzlich nach knapp fünf Kilometern die „Wald-Autobahn“ zu Ende war.
An einem Holz-Sammelplatz war es vorbei mit dem geschobenen Abschnitt. Mein Versuch, auf dem ungeräumten Weg weiterzulaufen, scheiterte angesichts der Schneehöhe nach hundert Metern. Da hätte ich
mich schön fertig machen können, sonst nichts. Also ging es auf dem gleichen Pfad zurück. Ich hatte inzwischen solchen Spaß, dass ich noch ein paar Kilometer drangehangen habe und auch über den
Ringberg und dann den steilen Abschnitt zum Goldlauterer Forsthaus gelaufen bin. Von da an ging es auch angesichts der Mittagszeit nun endgültig nach Hause.
Ich freute mich am Winterwald und an meinem für Ende Januar schon sehr guten Trainingszustand. Der Kopf war auch wieder frei und die Gesichter der nervenden Pappnasen dort, wo sie hingehören: in
der untersten Schublade meiner Gedankenwelt. Alles richtig gemacht.
von Holger
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Friday, 27. january 2012
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21:39
“Anima sana in corpore sano“, heißt sinngemäß “Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper”. Die Angangsbuchstaben der einzelnen Worte zusammengefasst ergeben den Namen eines nicht
nur Läufern bekannten Sportartikelherstellers. Als ich den Spruch kürzlich einmal verwendete, wurde mir entgegnet, dass die Aussage doch eigentlich behindertenfeindlich sei. Ich lasse hier mal
offen, wie diese Diskussion weiterging.
Aber seit dem lässt mich das Thema nicht mehr los und ich möchte eure Meinungen dazu haben! Gesunder Geist, gesunder Körper, Behinderungen und Krankheiten, Sport und Behinderung … mich
interessieren diese Themen in eurer Wahrnehmung. Schreibt bitte einfach eure Gedanken dazu als Kommentar! Ich werde das Thema noch in zwei anderen Plattformen aufmachen und hier im Blog immer mal
zusammenfassen. Mal sehen, was sich entwickelt, vielleicht mache ich noch eine statistische Erhebung dazu. Ich bin echt auf das Ergebnis gespannt und freue mich auf alle Beiträge!
von Holger
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Saturday, 21. january 2012
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20:37
Eigentlich wollte ich morgen einen Lauf aus der Kiste „lang und langsam“ zaubern, so um die anderthalb Stunden für den Anfang vielleicht. Eigentlich wollte ich deswegen heute nur maximal sechs
schnelle Kilometer auf dem Laufband abrollen. Danach wollte ich eigentlich nur ein bisschen Krafttraining machen. Aber eigentlich kam alles wieder mal ganz anders.
Zu meiner absoluten Anti-Leistungszeit, nachmittags nach drei, nach dem Kaffeetrinken, startete ich ins Fitnessstudio und wackelte mich auf dem Band ein, um dann zügig loszurennen. Irgendwie
hatte ich ein gutes Gefühl und begann, ein bisschen rumzuspielen. Verschiedene Tempowechsel, ab und zu mal Steigungen, die verschiedenen angesprochenen Muskelgruppen aktiv wahrnehmend, so joggte
ich vor mich hin, es war ja nicht für lange. Plötzlich waren die sechs Kilometer rum und ich hatte eigentlich keine Lust, aufzuhören. Also eine kurze Trinkpause und dann wollte ich die zehn rund
machen, wenn es schon sein sollte. Entspannt bergauf, grenzwertig schnell in der Waagerechten, so ging es voran. Zehn waren geschafft und immer noch Spaß. Ich dachte dann, bei 12,5 km aufzuhören.
Es wurde wieder nur eine Trinkpause. Weiter gings. Bei fünfzehn ist Schluss, redete ich mir ein, obwohl ich da schon weitere Varianten in Erwägung zog. Fünfzehn vorbei. Ich werde doch nicht so
verrückt sein … Nein, nur noch zweieinhalb zum Auslaufen hänge ich dran. Da war ich bei 17,5. So ein krummer Wert, dachte ich und rannte weiter. Ich lief mich praktisch in ein
Indoor-Runners-High. Kennt das schon jemand oder hab ich das eben erfunden? Ich ließ nicht mal im Tempo nach. Plötzlich erschien die 20 auf dem Display und die Zeitanzeige begann bei Null. Mehr
als 120 Minuten waren da nicht vorgesehen. Jetzt wollte ich auch noch den Halbmarathon, aber dann musste Schluss sein! Nach 120 plus 5 Minuten leuchtete die 21,1 auf und ich hörte wirklich auf,
obwohl … eigentlich wäre noch was gegangen. Aber ich musste leider aufhören, sonst hätte ich die Sauna nicht mehr geschafft. Soviel Belohung sollte dann schon sein.
Das war ja irre. Wenn ich mir vorgenommen hätte, auf dem Band zwanzig Kilometer zu laufen, hätte das der Kopf schon im Vorfeld abgeblockt und ich wäre nach einer Viertelstunde platt gewesen. Aber
sich scheibchenweise vorzuarbeiten, das hat funktioniert. Ein schönes Beispiel dafür, wie man große Brocken in kleine, überschaubare Teile zerlegt und am Ende alles erreichen kann. Wie im
richtigen Leben.
von Holger
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Wednesday, 18. january 2012
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21:22
Jetzt ist es an der Zeit, in die erste Hälfte des Jahres ein
bisschen Struktur zu bringen. Ich meine damit natürlich die Etappen bis hin zum Rennsteiglauf. Ich mache auch kein Geheimnis draus, dass meine Gedanken eigentlich schon bis Ende Juni gehen. Aber
dazu später.
In Vorbereitung auf den Rennsteig fällt mir mein Kampf vom letzten Jahr ein. Immer wieder hab ich drüber nachgedacht, was da passiert sein konnte. Mittlerweile führe ich die vermeintliche
Erkältung, die da aus dem Nichts kam, auf eine körperliche Reaktion zurück. Ein echter Infekt hätte sich nicht nach sechs Stunden Belastung in sein Gegenteil umgekehrt. Wahrscheinlich doch schon
ein Zeichen von Übertraining, kombiniert mit Übermotivation. Also will ich in diesem Jahr klüger sein, frei nach dem Motto „weniger ist mehr“. Ich denke auch, die vielen Wettkampfläufe über die
Marathondistanz vorher waren nicht optimal, weil nicht ausreichend Zeit zur Regeneration geblieben ist. Das Rezept wird vermutlich darin bestehen, an mehreren Wochenenden zwei nicht ganz so lange
langsame Trainingsläufe zu kombinieren, die in der Kilometerzahl über einen Marathon hinausgehen. Damit könnte ich vielleicht die Gesamtzahl der Trainingskilometer leicht steigern, ohne mich im
Vorfeld kaputt zu machen. Denn eins ist Fakt, ohne jede Menge gelaufene Kilometer wird das nichts mit dem Ultra. Aber das ist eine Binsenweisheit glaube ich.
Der erste Test wird wie letztes Jahr der Lauf in Merkers sein. Jetzt wo ich Runden nicht mehr ganz so schlecht finde, mach ich das noch mal. Immerhin hab ich die Lizenz zum Aussteigen, wann immer
es genug sein soll. Und dann sehen wir weiter. Im Lauf des Jahres möchte ich auch gern mal neue Dinge probieren. Wenn der Rennsteig super laufen sollte, bin ich glaub ich fällig für die „Mutter
aller Ultras“. Aber da frag ich die erfahrenen Leute noch mal, wie man das vorbereitet. Der Wörthersee-Trail schwebt mir so vor oder die Tour de Tirol. Ich schreib mal den Plan in den Laufkalender, der steht rechts hier auf der Seite. Mit diesen Zielen im Kopf kann ich mir auch das Laufband schönreden
J
von Holger
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Saturday, 14. january 2012
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18:35
Man glaubt es nicht – heute(!) habe ich das erste Mal in diesem Jahr die
Laufnase an die frische Luft bekommen. Ich hatte fast schon vergessen, dass Laufen eigentlich eine Außentür-Sportart ist oder wie war nochmal die Übersetzung von „Outdoor“? Die Dunkelheit nach
Feierabend hält mich ja eigentlich nicht vom Laufen ab. Doch in schnöder Gemeinsamkeit mit Eisglätte auf den Wegen, unpassierbaren Wäldern oder peitschendem Regen macht es nicht wirklich Sinn,
abends irgendwo draußen rumzustolpern.
Also muss verstärkt meine Hassliebe herhalten, das Laufband. Für das blöde Ding trifft sogar ausnahmsweise mal die englische Bezeichnung „Treadmill“ den Nagel besser auf den Kopf. Aber Training
ist, was man draus macht. Neben gleichmäßigem Laufen habe ich auch die Programme für das Intervalltraining inzwischen entdeckt. Bergauf-Varianten gibt es auch und zusammen ist das doch eine gute
Abwechslung und bietet die Gelegenheit, ab und zu neue Reize zu setzen. Nach einer Stunde auf dem Teil bin ich dann auch immer gut gereizt, das könnt ihr glauben! Als Nachteil empfinde ich nur –
siehe oben – die schlechte Luft im Studio. Als Motivationsfaktor helfen mir die Finisher-Shirts vergangener Abenteuer. Immer hübsch von unten aus dem Stapel gezogen ist jedes immer mal dran,
weckt Erinnerungen und gleichzeitig Vorfreude auf die neuen Ereignisse. Da fällt mir ein, ich wollte schon lange meinen Laufkalender fertigstellen…
von Holger
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