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Laufwunder

Quer über den Harz und zurück

2. Mai 2011 , Geschrieben von Holger

DSC00329.JPGVon der „Harzquerung“, einem Landschaftslauf von Wernigerode nach Nordhausen, hatte ich schon oft gehört. Irgendwie hat es sich noch nicht ergeben, dass ich da mal mitmachen konnte. Doch diesmal stand das letzte Wochenende im April fest im Plan. Den Harz mag ich sowieso und einen abschließenden langen Lauf vor dem Rennsteig wollte ich auch noch machen. Also standen die Zeichen auf Harzquerung.

Die erste Harzquerung fand allerdings schon am Freitag statt. Ich hatte noch einen Tag Urlaub übrig und den nutzte ich bestens. Ich ließ mein Auto am Ziel des Laufes in Nordhausen stehen und fuhr gemütlich mit der Harzquerbahn nach Wernigerode. Die Fahrt durch den Wald mit dem alten Dampfross und den altertümlichen Wagen ist schon ein Erlebnis für sich. Ich glaube, Mitte der Achtziger bin ich das letzte Mal damit gefahren. Damals war es allerdings noch das Hauptverkehrsmittel für den autofreien Harz-Urlauber und immer knackevoll. Diesmal hatte ich den Waggon für mich allein und konnte in Ruhe die Landschaft genießen. Auch Wernigerode ist eine Perle von Stadt. Die vielen alten Fachwerkhäuser, der historische Markt – einfach sehenswert! Bei dem schönen Wetter hatten alle Gaststätten Tische auf den Straßen aufgestellt und es waren auffällig viele Leute unterwegs. Na klar, viele Läufer waren dabei, aber es war ja schließlich auch das Wochenende der Walpurgisnacht!

Es geht auch handgemacht!
Ich brachte schnell meine Tasche in die Unterkunft und machte mich dann auf den Weg ins Orgbüro. Das befand sich nicht weit vom Bahnhof in einer alten Turnhalle. Und hier wurde schon die Tradition des Laufes sichtbar. Keine Laufmesse, keine Chips für die Zeitnahme, keine Sponsoren-Reklame, keine Wundermittel-Verkaufsstände, kein „Volksfest“ drum herum. Statt dessen alles angenehm familiär. Eine kleine Schlange an der Startnummernausgabe, hier und da handgeschriebene Infozettel, alles ging flott und unkompliziert. Ich bemerkte auch hier bereits den „Ultrageist“, von dem ich schon oft geschrieben hatte: Die Masse der Läuferinnen und Läufer im gesetzteren Alter, viele kannten sich von früheren Abenteuern und freuten sich über das Wiedersehen. Auch ich traf den einen oder anderen Bekannten. Logischerweise war abends dann der Italiener gut besucht – beim Spaghettifuttern (neudeutsch: Carboloading) erkannte man sofort, wer am nächsten Tag Größeres vorhatte.

Der Samstag versprach feinstes Laufwetter! Kühl, Sonne und frischer Wind, bei diesen Bedingungen startete der Lauf. Über 500 berg- und kilometerhungrige Leute machten sich auf den 51 Kilometer langen Weg, übrigens auch sehr unspektakulär. Keine Ansprache, keine La-Ola, nö, es knallte einfach und ab gings. Kurz vor dem Start fand ich dann auch Andrea aus Erfurt, die heute ihre Ultra-Premiere laufen wollte und mit dem langen Rennsteiglauf liebäugelte. Dazu stieß noch ein Trio aus Erfurt - Dagmar, Silvio und Norbert. Wir beschlossen kurzerhand, den Lauf gemeinsam zu bestreiten.

Der Berg kippt!
DSC00332.JPGDas war das Motto der ganzen Strecke! Wenn dieser Ausruf zu hören war, war das Ende eines steilen Anstieges in Sicht. Mit dem Ergebnis, dass es fortan einige Kilometer ebenso steil bergab ging und der Ahnung, dass der Berg bald wieder in die andere Richtung kippen würde. Steile Pfade, Wurzeln, Schlammlöcher, schmierige Brücken, auch mal ein Bahndamm - das waren die Tücken des Tages, mit denen zu kämpfen war. Ich verliebte mich schon nach wenigen Kilometern in diese Strecke! Abwechslung pur und immer wieder Ausblick in die herrliche Landschaft. Dabei hammerhart im Profil und aufgrund der Beschaffenheit mit dem Anspruch an höchste Konzentration auch nach vielen Stunden Laufen. Die Harzquerung hat alle Elemente drin, die man auch auf dem Rennsteig braucht! Ich habe mich nur immer wieder gefragt, DSC00337.JPGwoher die Erfinder dieser Strecke wussten, dass alle diese Pfade irgendwann nach Nordhausen führen würden! Eigentlich unglaublich.

Wir fünf arbeiteten uns Kilometer für Kilometer voran und waren guter Dinge. Wir nahmen uns auch Zeit an den toll bestückten Verpflegungsstellen. Man muss sich nur vorher informieren, wo diese sind. Hier gibt es kein festes Raster wie bei einem Straßenlauf, sondern die Verpflegungsstellen waren dort, wo man sie am besten aufbauen konnte, meist in kleinen Dörfchen. Allerdings eben im Abstand von 10-12 Kilometern. Da sollte man wenigstens die Trinkflasche für zwischendurch dabei haben, das wird sonst eng.

Irgendwann kippte dann auch der letzte Berg und plötzlich lag Nordhausen wie auf einem Teller vor uns! Ein wunderschöner Anblick und das Zeichen dafür, dass die letzten beiden Kilometer angebrochen waren. Wir DSC00344.JPGwaren noch gut drauf und in voller Breite nutzten wir die Zielgerade im Stadion für einen echtes Team-Finish! Das ist wirklich etwas Besonderes! Zu fünft über sechseinhalb Stunden zusammenzubleiben, das geht nur mit Lauffreunden, die Erfahrung haben, die sich aufeinander einstellen können, die Teamgeist haben und sich und anderen nichts beweisen müssen! Andrea, Dagmar, Silvio, Norbert – das hat Riesenspaß gemacht mit euch!

Nachlese
Und damit war Teil 2 meiner doppelten Harzquerung geschafft.  Andrea hat den ersten „50er“ gemeistert! Herzlichen Glückwunsch! Bei allen steht jetzt der Entschluss fest – am 21. Mai sehen wir uns in Eisenach! Ich wünsche mir, dass wir auch den Rennsteig als Team schaffen und freue mich drauf! Und die Harzquerung bekommt ab sofort einen festen Platz im Kalender!  

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J
<br /> Wieso taucht mein erster Kommentar nicht auf. Jedenfalls fand ich die Harzquerung damals auch einfach wunderschön. So ein liebevoller traditioneller Lauf.<br /> <br /> Jörg<br /> <br /> <br />
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H
<br /> <br /> Ja, schön, dass es noch sowas gibt beim ganzen Kommerz! Am meisten haben mich die ca. 100 braunen original NVA-Plaste-Teepötte amüsiert, die sie am ersten Verpflegungspunkt stehen hatten! Da<br /> werden noch Traditionen bewahrt! ;-)<br /> Grüße vom Holger<br /> <br /> <br /> <br />
J
<br /> Ach ja, das war die Alternative an diesem Tag. Ich bin da auch einmal gelaufen und fand diesen Lauf auch einfach wunderschön.<br /> <br /> Grüße<br /> <br /> Jörg<br /> <br /> <br />
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D
<br /> 1. Scheint ja wirklich Spaß gemacht zu haben, sehr schön!<br /> 2. Wieso siehstn du so abgemagert aus, wie du da im Wlad rumhüpfst??? o_O<br /> 3. Die Farbe des T-Shirts ist fabulötastisch!!! :)<br /> <br /> 4. Küsschen und Weitermachen :P (Sehn uns in Dresden) ^^<br /> <br /> <br />
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H
<br /> Hallo Näschen ;-) 1. es war ein Mega-Spaß, joo 2. sicher ist sicher - der mit dem fettesten Hintern wird vom Wolf gefressen 3. Meinste das in äscht? Musste in den Rennsteiglaufverein kommen, dann<br /> kriegste auch eins :-)<br /> <br /> <br />