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Laufwunder

Keine Sommer-Ruhe

23. September 2011 , Geschrieben von Holger

Die Zeit des Sommers ist nun auch auf dem Kalender zu Ende und mit ihr auch die Zeit des „regenerativen Rumstromerns“. Wie immer, war ich oft ausgiebig in der näheren Umgebung unterwegs. Mal allein, mal in Begleitung, immer sachte, selten mit Anstrengung, dafür meist erlebnisorientiert. Ich entdeckte Wege, die wahrscheinlich selten einen Wanderer und sicher noch nie einen Läufer gesehen haben. Ich erinnere mich an knietief bewachsene, tropfnasse Hohlwege mit knöcheltiefem Schlamm. Im strömenden Regen war ich bei Null-Sicht auf dem Finsterberg und anschließend auf dem Fichtenkopf, um im Nebel das neue Gipfelkreuz zu begutachten. Meine wiehernden Freunde im Vessertal, die schon oft für Scherze herhalten mussten, habe ich angesichts der vielen Fohlen bis jetzt in Ruhe gelassen, habe sie nicht nachgeäfft und auch nicht mit fingiertem Futter angelockt. Voll der Naturfreund eben, wobei das die Rindviecher auf den Weiden rund um Schmiedefeld sicher nicht bestätigen werden. Das kräftige „Muuh“ aus Richtung des Zweibeiners stiftete doch immer wieder Verwirrung, die ich mit leichter Schadenfreude zur Kenntnis genommen habe.

Glanzstück meines Laufsommers war allerdings der Ritt von Suhl nach Masserberg. Als leichter Trainingslauf gedacht, sollte es diesmal andersrum über den Rennsteig gehen. Dem Burgberg mal eine Nase drehen und den hässlichen Anstieg locker herunterrennen, zwischen Schwalbenhauptwiese und Kahlert nicht schnaufend bergauf, sondern hüpfend bergab laufen - so hatte ich mir das vorgestellt. Leider wurde der Tag schlagartig sehr heiß und am Dreiherrenstein bei Kilometer 18 war bereits mein Wasservorrat zu Ende. Nichts und nirgendwo war etwas zu bekommen und dann wurde es natürlich schwer, bis mir der Wirt der Triniusbaude freundlich einen Wasserhahn überließ. Allerdings trübten die zehn Kilometer auf dem Trockenen dann den Enthusiasmus gehörig, als es die letzten vier Kilometer durch die Hohlwege bergauf ging. Manu kam mir von Masserberg aus entgegen und wollte mit mir zusammen das letzte Stück laufen. Allerdings war sie wesentlich flüssiger drauf als ich, im wahrsten Sinne des Wortes.

Am Badehaus waren die 32 Kilometer dann geschafft und wir haben dort noch einen wunderschönen Nachmittag mit Schwimmen, Sauna und viel Ruhe verbracht. Ich weiß nicht mehr, wie viele Liter des schäumenden isotonischen Getränkes ich an diesem Abend gebraucht habe, um meinen Feuchtigkeitshaushalt wieder zu ordnen.
J                   

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