Faszination Rennsteig
Es gibt so viele Wege zum Laufen in unserer Gegend. Aber irgendwie hat der Rennsteig einen besonderen Reiz, nicht nur Mitte Mai ;-)
In den letzten Wochen war ich bei meinen langen Läufen immer auch ein Stück auf dem Höhenweg unterwegs, es ergab sich scheinbar von selbst. Die Krönung war allerdings der gestrige „Ritt“, gedacht als Trainingshöhepunkt vor den Marathons im Herbst. Ich hatte einen langen Lauf fast komplett auf dem Rennsteig vor. Nora war schnell für dieses Vorhaben zu begeistern, freundlicherweise auch ihr Partner Klaus, der einmal mehr unsere Verrücktheiten unterstützte und uns frühmorgens bis nach Masserberg brachte.
Punkt 07.30 Uhr starteten wir an der Stelle, die der Rennsteigläufer erreicht, wenn er den Berg von der Rennsteigwarte hinab läuft, also bei Kilometer 20 des Rennsteiglaufes. Für die Geografen unter euch – das ist genau Kilometer 70,186 des Rennsteigs, von Blankenstein aus gesehen. So habe ich es jedenfalls im Internet in der offiziellen Entfernungstafel nach der letzten Vermessung im Jahre 2003 gefunden. Obwohl die Wegweiser auf dem Bild in alle Richtungen zeigen – unser Ziel lag westwärts, den wir wollten ja zurück nach Hause.
Es war noch bitter kalt, ganze 7 Grad, als wir uns auf den Weg machten. Also diesmal Kategorie „streng fröstelnd“, zumindest bei mir :-) Aus der Wüsten-Erfahrung heraus hatte ich diesmal das Trinksystem im Rucksack und auch genug Wasser dabei. Lustigerweise plätscherte das Zeugs während des Laufens im Rucksack herum. Das hörte sich ständig an wie ein fließender Bach. Kein Wunder, dass der Weg öfter mal in die Büsche führte – wer kann das Geräusch aushalten? Ein herrlicher Morgen und es dauerte fast bis Neustadt, ehe uns erste Radfahrer begegneten. Von Wanderern noch keine Spur.
Idyllisch ruhig lag auch das Örtchen Kahlert. Auf dem Foto geht der Blick in Richtung Frauenwald. Rennsteigläufer, erinnert ihr euch? Genau, das ist die Stelle nach dem endlosen Anstieg hinter der Schwalbenhauptwiese. Wir waren natürlich noch frisch und setzten den Weg zügig nach Neustadt fort. Auch der Burgberg machte uns diesmal keine festen Waden, es war ja erst Kilometer 12. Es lief sich wunderschön an diesem Morgen. Inzwischen war die Sonne da, aber die Temperatur blieb frisch und ein kühles Lüftchen hat man sowieso immer auf der Höhe.

In Allzunah verließen wir die Rennsteiglauf-Strecke, denn hier biegt der Lauf Richtung Frauenwald ab. Wir blieben auf dem Rennsteig und nach einer kurzen Rast am Bahnhof Rennsteig kreuzten wir die B4 und es ging bergauf Richtung Oberhof. Kurz vor dem Mordfleck liegt die „Alte Tränke“. Für uns war das Kilometer 24,5 unseres Laufes und hier bogen wir ab Richtung Schmiedefeld. Nun waren es nur noch gut 7 Kilometer bis nach Hause. Entlang der herrlichen Aussicht Richtung Westen führte der Weg über die „Kalte Herberge“ dann hinab nach Suhl. Pünktlich zum Mittag und nach 32,5 gelaufenen Kilometern trudelten wir ein. Die Beine ein bisschen schwer, die Gelenke grüßten auch ein wenig, aber das herrliche Gefühl nach so einer Leistung, das kennt ihr ja selbst. Nun heißt es, das Programm wieder zurückzufahren und zu regenerieren. Bis Berlin sind es ja nur noch drei Wochen. Was tut man nur, damit die Zeit schnell vorbei geht?