Tiefen und Höhen
Sorry, aber ich habe doch ein bisschen länger gebraucht, um mich wieder zu sortieren. Die Trainingsläufe der letzten zwei Wochen erinnerten mich an alte Zeiten. Es ging körperlich praktisch nichts freiwillig und zwingen lässt sich der Körper ja schon gar nicht. Meiner zumindest nicht. Doch immerhin konnte ich die Erfahrung einsetzen und hatte die Ursache für meinen Zustand schnell gefunden. Ich schreibe das mal in einem separaten Artikel.
Um die Kurve wieder zu bekommen, musste ein Spaßerlebnis herbei, das heißt, ein langer Lauf bei schönem Wetter. Am Sonntagmorgen bin ich also noch vor acht Uhr auf der Piste gewesen, Kategorie „leicht fröstelnd“. Ich hatte mir eine hübsche Runde über Berg und Tal ohne ein Zeitziel vorgenommen, um einfach Spaß zu haben und gleichzeitig was für die Langstrecken-Ausdauer zu tun. Außerdem eine gute Gelegenheit, meinen neuen, in den USA erstandenen Laufrucksack zu testen.
Ja, der Spaß war dann auch komplett. Ich bin viel länger gelaufen, als ich dachte. Immer nur hart bergauf und steil bergab, drei Stunden lang. Soviel hatte ich gar nicht vor, aber es war ein Selbstläufer im wahrsten Sinne des Wortes. Und mittendrin kam auch wieder dieses herrliche Gefühl auf. Ihr kennt das ja, wenn man die endlose Kraft spürt, der Gedanke, bis ans Ende der Welt laufen zu können.
Das war es, was ich wieder haben wollte! Jetzt geht’s mir wieder gut und die Vorfreude auf die Straßen von Berlin und die Anstiege am Brocken ist wieder da. Wen es interessiert: In der Addition ergab mein Lauf 1480 Höhenmeter (auf und ab) auf 23 Kilometer, es war praktisch kein Meter geradeaus. Ich war selber überrascht. Der Rucksack hat sich übrigens auch bewährt, ein gutes Zeichen für längere Vorhaben…