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Laufwunder

Ultra im Kopf

23. Mai 2009 , Geschrieben von Laufwunder

Jeder weiß, dass es beim Rennsteiglauf noch eine Strecke jenseits des Marathons gibt. Oft habe ich im Ziel gestanden und die Läufer angeschaut, die nach über 70 Kilometern Weg in Schmiedefeld ankamen. Neben der reinen Bewunderung auch immer mit der Neugier, irgendwas Exotisches an  ihnen festzustellen. Am liebsten hätte ich mal einen angefasst, nur um zu sehen, ob das wirklich Menschen aus Fleisch und Blut sind, die so etwas schaffen.

Auch mit der Erfahrung der ersten Marathons war es für mich seinerzeit unvorstellbar, wie das gehen sollte. Wie trainiert man auf so einen Lauf? Jede Woche einen Marathon von Januar bis April? Früh 30 Kilometer vor der Arbeit? Abends zurück? Dabei immer den Druck der riesigen Distanz im Kopf? Ich bin die Strecke von Oberhof nach Eisenach in den 80ern mal am Stück gewandert. Das waren 66 km und ich war für die nächsten hundert Jahre platt. Diese Strecke und noch zehn weitere Kilometer laufen? Unvorstellbar. Deshalb habe ich bisher auch keine Sekunde damit verschwendet, mich mit diesem Thema überhaupt einmal zu beschäftigen.

Doch jetzt merke ich langsam, dass sich da im Kopf etwas ändert. Erst einmal: Wenn es niemanden gäbe, der das schafft, gäbe es diesen Lauf nicht. Außerdem bekamen die Menschen, die ich oben bestaunt habe, inzwischen Namen und Gesichter. Ich kenne einige, die das vollbracht haben persönlich und die sind ganz und gar nicht exotisch. Sie gehen zur Arbeit und laufen in der Freizeit – genau wie ich. 22 mal bin ich nun schon Marathon gelaufen. Auf der Straße, in den Bergen. Irgendwas Verrücktes darf es also mal wieder sein. Verrückt ja, aber lösbar ohne Nebenwirkungen, das ist nach meinen früheren Erfahrungen für mich wichtig. Also was?

Den Marathon schneller zu laufen, das möchte ich nicht. Vier Stunden habe ich mal gepackt, dafür aber mit hohem Aufwand und oft ohne Freude trainiert. Wozu?

Seitdem ich langsamer und genussvoll zu laufen gelernt habe, kenne ich aber ein Tempo, bei dem ich praktisch endlos weit laufen könnte. Das war ein völlig neues Gefühl für mich, hat sich aber bei den langen Trainingsläufen und auch beim Rennsteiglauf so bestätigt. Wenn ich den Kopf auf „40 km Plus“ programmiert hätte, wäre ich auch noch die 12 km bis nach Hause gelaufen. Kraft hätte ich dazu gehabt. Also sollte ich da mal was probieren. Ich denke, dass dies der Schlüssel für Läufe in die Überdistanz ist: Langsam laufen, an die Unendlichkeit denken und sich dann freuen, wenn es schon nach 70 km vorbei ist ;-)

Ja und welches Schild entdeckte ich rein zufällig auf einem kleinen Spaziergang am Vorabend des Rennsteiglaufes? Seht selbst! Wenn das kein Zeichen für nächstes Jahr ist!


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R
Ich wünsche Dir sehr, dass Du gesund über den Winter kommst.<br /> Vielleicht zur Motivation: Seit September vorigen Jahres leite ich einen Lauftreff. Einer der Läufer läuft schon länger Halbmarathons und meldete sich spontan, als ich vom Rennsteiglauf erzählte, für den Supermarathon an. Darauf hin sagte ich ihm, er müsse Marathon laufen. Das hat er gemacht. Ich habe ihn zu drei Marathonläufen mitgenommen. Er hat sie alle gut überstanden. Nun lief er den Supermarathon in weniger als neun Stunden. Ohne Probleme. Und weißt Du was? Er ist 61 Jahre alt! <br /> Es kann so einfach sein. Wichtig ist einfach, dass man läuft. Dass man gerne auch lange läuft. Und das machst Du ja sicher auch! <br /> Also, wie schon gesagt, bleib gesund!<br /> Liebe Grüße<br /> Ramona
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R
Hallo Holger, Deine Zeilen lesen sich sehr vielversprechend. Ich bin nun den Supermarathon zweimal gelaufen und muss sagen, nie wieder auf die Marathonstrecke. Der Supermarathon ist so schön. Also: ran an die Bouletten! Das schaffst Du! :)
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L
<br /> Hallo Ramona, recht vielen Dank für deine Zeilen. Ich habe deinen Bericht vom Supermarathon, der bei Petra verlinkt ist, mindestens fünf mal gelesen! Das hat richtig Appetit gemacht und dann die<br /> Fotos...<br /> Also wenn ich gesund über den nächsten Winter komme, gibt es kein Halten mehr, soviel steht fest.<br /> Liebe Grüße vom Holger<br /> <br /> <br />
P
Hey Holger,<br /> jetzt haut`s mich ja wech! Du auch? Bist Du infiziert vom "Bazillus Ultrazensis" ? Mein Mann hat nur geasgt: "Jetzt spinnst Du total!" :)<br /> Auf`s Ganze in komplett neuer Dimension?<br /> Bei Dir klingt es ja so, als wärest Du schon fest entschlossen... Bei mir ist es noch im Stadium der ersten Überlegungen... die sich aber beginnen im Kopf festzusetzen...<br /> Liebe Grüße und pass auf Dich auf!<br /> Petra
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K
Hallo Holger, schöne Überlegungen :-). Wir haben uns ja beim Laufen darüber unterhalten. Nicht das auch bei mir der Reiz nicht da wäre, aber ich denke mein Körper hält dieser Belastung nicht Stand ( oder besser mein alter Bruch ). Aber ich denke Du kannst das schaffen. Und wenn Du es gern möchtest, dann tus einfach.... Es wird Dich zwar sicher etwas quälen, aber was ist das gegen den Stolz hinterher? Und wer weiß, vielleicht ziehst Du mich in ein paar Jahren auch doch noch über die 72 Kilometer ;-). <br /> LG Katrin
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L
<br /> Hi Katrin :-) Klar, in ca. 40 Jahren ziehen wir uns dann als alte Gäule gegenseitig über die Berge :-)<br /> Lass mich mal anfangen mit dem bekloppten Vorhaben. Wenns funktioniert, kann ich dir dann sagen, wie es geht. Vielleicht reiten wir ja dann mal zusammen über die große Strecke! <br /> Liebe Grüße Holger  <br /> <br /> <br />